Varianten für den Schwerlastverkehr - ZZ 06.05.2016

Varianten für den Schwerlastverkehr

 

Planer stellt Rhader Gemeinderat Konzept zur Weiterentwicklung des Gewerbestandorts Rhadereistedter Bahnhof vor
Von Lutz Hilken

Rhade. Den Gewerbestandort Bahnhof Rhadereistedt weiter zu entwickeln, das ist das Ziel einer Konzeptstudie. Im Blickpunkt stehen unter anderem mehrere Trassenvarianten für den Schwerlastverkehr, um Anwohner der Bahnhofstraße zu entlasten.
Mehrere Betriebe sind am Rhadereistedter Bahnhof angesiedelt, vom Trocknungswerk über die NAWARO Biogas und den Landhandel bis zur Rotenburger Rohstoff- und Energie GmbH. Auch ein Farmservice und ein Tiefbauuntemehmen gehören dazu.
Planer Andreas Ackermann präsentierte dem Rhader Rat am Dienstagabend den von der Gemeinde und der NAWARO Biogas in Auftrag gegebenen Konzeptentwurf. Der Gewerbestandort diene als „Bindeglied zwischen gewerblicher Wirtschaft und Landwirtschaft“.
Das Problem seien „infrastrukturelle Defizite“ wie eine fehlende Direktverbindung zur Landesstraße 122. „Besonders die Bewohner der Bahnhofstraße können ein Lied davon singen“, so Andreas Ackermann. Es fehle aber auch ein Anschluss an die zentrale Kanalisation sowie eine schnelle In-temetanbindung in dem Bereich.
In das Konzept einbezogen werden sollen überdies das Re*' genwassermanagement, ein bereits in Arbeit befindliches Energiekonzept oder der Wunsch nach einem gemeinsam nutzbaren Bürohaus mit Gründerzentrum. Enthalten seien auch ein Pilotprojekt für den Energiepflan-zenanbau, die Bauleitplanung sowie nicht zuletzt der Schallschutz für die Wurfscheibenanlage der Jägerschaft. „Die Lust des einen ist die Last des anderen“, kommentierte Ackermann.
Ein Schwerpunktthema ist die Verkehrsanbindung. Bisher führt viel Schwerlastverkehr über die
enge Bahnhofstraße. Nunmehr werde im Zuge des Konzeptes versucht, alternative Trassenführungen zu finden.
Ein Modell sieht vor, die Strecke quasi querfeldein direkt an die Straße zwischen Ostereistedt und Rhadereistedt zu führen. Das Problem sind hier das Queren des Hundebaches und naturschutzrechtliche Fragen. Und: „Es müssten enorme Flächen aufgekauft werden.“
Zwei weitere Varianten führen über auszubauende Wege zurück in den Ort, jedoch nicht entlang der Wohnbebauung. „Für diese Variante spricht, dass wir innerorts auf die Landesstraße 122 stoßen und keine extra Abbiegespur geschaffen werden muss. Außerdem sind wir hier im Wesentlichen auf vorhandenen Straßen oder Wegetrassen.“ Die Kosten betrügen grob geschätzt rund 1,3 Millionen Euro - günstiger als die Direkt-Variante mit rund 1,5 Millionen Euro. Mit einer Realisierung sei aber wohl erst in mindestens fünf Jahren zu rechnen.

Dimension zu groß
Andreas Ackermann betonte, nach Fördermöglichkeiten werde gesucht. Für die laufende Dorfentwicklung sei die Dimension des Vorhabens jedoch zu groß. Es gebe ein Förderprogramm namens ELER, das Wirtschaftsstandorte und deren Erschließung unterstütze. „Nur leider ist der Landkreis Rotenburg nicht in der Förderperiode bis 2022.“
Insofern seien Gespräche mit dem Wirtschafts- und Landwirtschaftsministerium vorgesehen, ob eine Förderung möglich ist. Am 9. Juni werde sich der Bauausschuss der Samtgemeinde mit dem Thema Rhadereistedt befassen. Andreas Ackermann betonte, sein Konzept sei als Diskussionsgrundlage zu betrachten, nicht als fertige Planung. Bürgermeister Thomas Czekalla ergänzte, wenn es keine Förderung für das Projekt gebe, „dann können wir das Buch schließen“. Die Gemeinde selbst und wohl auch die Samtgemeinde könnten sich ein solches Vorhaben nicht alleine leisten.
Ratsherr Uwe Schmidt befand bezüglich der Trassen für den Schwerlastverkehr, es sei Unsinn, den Verkehr aus dem Ort herauszuführen, um ihn hinterher wieder hineinzuführen. Die Anwohner an der dafür vorgesehenen Kreuzung würden durch an- und abfahrenden Verkehr in Mitleidenschaft gezogen. Walther Vie-brock sagte: „Wenn wir nichts versuchen, sind wir hier fehl am Platze.“ Und Thomas Czekalla bilanzierte: „Was im Endeffekt gebaut wird, das können wir heute noch nicht sagen.“ ZZ 06.05.2016