„Unser Dorf hat Zukunft": Experten informieren Bürger über die Kriterien. - ZZ 28.02.2018

„Unser Dorf hat Zukunft": Experten informieren Bürger über die Kriterien. - ZZ 28.02.2018

Motto lautet: Wir sind Rhade

Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft": Experten informieren Bürger über die Kriterien. Von Saskia Harscher

rhade. Nur hübsch und gepflegt das reicht nicht. Wer beim Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft" punkten will, der muss deutlich mehr bieten, als eine ansprechende Momentaufnahme. Nach mehr als 20 Jahren Pause steigt Rhade erneut in den Dorfwettbewerb ein und will zeigen, dass es Zukunft hat. Fest steht für viele dabei schon jetzt: Wenn am 29. Mai der Bus mit der Bewertungskommission an Bord durch den Ort zuckelt, darin wird sie einen Ort vorfinden, der schon gewonnen hat - so oder so.


„Es geht nur um die Teilnahme“, sagt Dieter Spreckels. Der Rhader sitzt an diesem Abend ganz vorne im Dorftreff im ehemaligen Gasthaus Rudnik in Rhade und hört sich an, was Ratsherr und Kopf der Wettbewerbs-Koordinierungsgruppe Olaf Wendelken sowie die geladenen Referenten zum Dorfwettbewerb zu sagen haben.

Insgesamt haben sich rund 90 Frauen und Männer aus Rhade und Rhadereistedt zur Bürgerversammlung eingefunden. Trotz der Kälte im Saal wirkt die Atmosphäre unter den Teilnehmern offen, interessiert und auch motiviert. Spreckels etwa verbindet mit der Teilnahme Rhades an der 45. Auflage des Dorfwettbewerbes auch die Hoffnung, den Zusammenhalt unter den Dorfbewohnern noch weiter zu fördern.

„Ich finde es ganz großartig“, sagt er. Gleichzeitig lässt er durchblicken, dass ihm die Aussicht auf den Erhalt einer möglichen Trophäe herzlich unwichtig ist. Für ihn steht ebenso wie für viele andere, die sich hier eingefunden haben, das gemeinschaftliche Tun aller im Vordergrund.

„Treffen. Teilnehmen. Teilhaben. Wir sind Rhade!“, lautet passend zu dieser Stimmung das Motto, mit dem der Ort in den Wettbewerb geht. Was sie konkret für ein gutes Abschneiden vor der Jury machen können, das erzählen Michael Meyer und Landschaftsarchitekt Hans-Dieter Windler.

Sarina Pils gibt als Sprecherin der Naturschutzverbände Tipps, welche Projekte im Dorf angegangen werden könnten, etwa spezielle Anpflanzungen oder Nistangebote für Vögel und Insekten, um die Artenvielfalt zu fördern. Denn: In diesem Jahr wird ein Sonderpreis für Artenvielfalt ausgelobt. Dem Gewinner winkt ein Preisgeld 2000 Euro. Michael Meyer ist zuständig für die Koordination des Wettbewerbes im Landkreis Rotenburg, und sieht im selbigen auch ein Instrument der Dorfentwicklung. Potenziale vor der eigenen Haustür entdecken und weiterentwickeln, um attraktiv für nachfolgende Generationen zu sein, sei dabei ein ganz entscheidender Effekt, den die Dörfer aus der Teilnahme ziehen könnten.

Möglichst viele Akteure in die Gemeinschaftaktionen einbinden, lautet einer seiner Ratschläge. Windler rät, Punkte herauszuarbeiten, die für den Ort besonders wichtig und prägend seien, etwa bestimmte Plätze oder ansprechende Wege, und diese in Gemeinschaftsarbeit zu optimieren.

Neben Rhade nehmen Mulmshorn, Nieder Ochtenhausen, Spreckens, Brümmerhof und Drögenbostel teil. Olaf Wendelken bewertet die erste Info-Veranstaltung nach knapp zwei Stunden als gelungenen Auftakt einer Reihe von Aktionen.

Weiteres Treffen geplant
In Kürze ist eine weitere Versammlung geplant, bei der die bevorstehenden Gemeinschaftsvorhaben konkretisiert werden sollen. Der Ratsherr sieht seine Gemeinde grundsätzlich gut aufgestellt. „Rhade, ist ein besonderer Ort, mit seiner Kirche, dem Dorfladen und einer sehr aktiven Gemeinschaft“, sagt er.
Außerdem gehört Rhade der Dorfentwicklung Selsingen-Süd an, und daran wolle man anknüpfen. Was jeder für sich in der Zwischenzeit erledigen kann, gibt er den Teilnehmern mit auf den Weg: -„Ich möchte euch bitten, das jeder jetzt auf seinem Grundstück gucken möge, wie sieht es dort aus und was könnte man dort noch machen.“ ZZ 27.02.2018