Umbau startet im Oktober - ZZ 27.08.2016

Umbau startet im Oktober - ZZ 27.08.2016

Umbau startet im Oktober


Volksbank zieht Personal aus Rhade ab und investiert in neue Selbstbedienungstechnik am Dorfladen
Von Lutz Hilken

Rhade. Erneute überraschende Wende bei der Zukunftsplanung in Sachen Volksbank und Dorfladen in Rhade. Das Geldinstitut wird die beiden noch in Rhade tätigen Mitarbeiter im Oktober abziehen und stattdessen rund 90000 Euro in Umbauten und die neueste Generation der Selbstbedienungstechnik investieren. Das bedeutet mehr Platz für den geplanten Dorfladen.

Ab dem 10. Oktober wird die Rhader Filiale für drei Wochen geschlossen. Letzter Öffnungstag ist Freitag, der 7. Oktober. Dann beginnen Umbaumaßnahmen, die das Geldinstitut betreffen. So wird ein neuer Geldautomat mit Ein- und Auszahlungsfunktion sowie ein moderner Selbstbedienungsterminal installiert, zudem die Sicherheitstechnik im Gebäude komplett erneuert.

Nach Abschluss der Arbeiten können Anfang November die Umbauarbeiten für den geplanten Dorfladen beginnen. Volksbank-Personal steht dann in Rhade nicht mehr für Beratungsgespräche zur Verfügung, jedoch in Selsingen, Tarmstedt oder Zeven.

Der geschäftspolitischen Entscheidung der Volksbank gingen veränderte , Rahmenbedingungen voraus. In einem Gespräch vor der Presse erläuterten die Vorstände Werner Bruns und Jochen Johannsen mit dem Rhader Bürgermeister Thomas Czekalla und dessen Stellvertreter Fred Bollmeier die Gründe. Insbesondere die Sicherheitsvorschriften würden schärfer, die jetzigen Automaten in der Rhader Volksbank nur bis Ende 2017 funktionsfähig bleiben, weil diese Generation danach nicht mehr vom Rechenzentrum unterstützt und somit „abgekündigt“ werde.

Sicherheitstechnik erneuern

Nunmehr wolle die Volksbank die modernste Generation der Selbstbedienungstechnik installieren, die den Vorgaben auch nach 2017 entsprechen. Die technischen und bankenaufsichtsrechtlichen Anforderungen an Geldinstitute steigen, hinzu kommen die ökonomisch schwierigen Rahmenbedingungen mit Niedrigzinsen und die Tatsache, dass Kunden immer seltener zum Mitarbeiter am Bankschalter gehen. Binnen Jahresfrist sei die personengestützte Servicenutzung um zehn Prozent gesunken, erwähnen die Bankvorstände und nennen eine Zahl für Rhade: Durchschnittlich acht Kunden am Tag, etwa einer pro Stunde, machten von diesem Service noch Gebrauch. Zu wenig, befanden die Entscheider, schließlich stehe man auch im Wettbewerb und täglichen Preiskampf mit Direktbanken.
Werner Bruns und Jochen Johannsen wissen, dass nicht jeder Kunde erfreut sein wird über die nun öffentlich verkündete Nachricht, bitten aber um Verständnis für bestehende Handlungszwänge: „Wir würden uns freuen, wenn man nicht diejenigen an den Pranger stellt, die noch da sind, sondern diejenigen, die weg sind oder nie da waren“, so Johannsen. Und Werner Bruns unterstreicht: „Man erhält etwas vor Ort am besten, wenn man es stark nutzt.“
Für Bürgermeister Thomas Czekalla steht fest: „Wir müssen versuchen, das Beste daraus zu machen.“ Denn mit der Neuausrichtung bleibe der Gemeinde ein Teil der Umbaukosten erspart, da nun weniger Aufwand dafür getrieben werden müsse. Dafür gibt es mehr Platz für den Dorfladen.
Und dass eine Bank, wenn auch in abgespeckter Form, weiter in einer Gemeinde mit 1100 Einwohnern präsent bleibe, sei nicht selbstverständlich. Zum 1. November solle die Übergabe an den Dorfladen-Verein erfolgen.
Wie lange der Umbau dauert? „Am liebsten würden wir uns den Dorfladen zu Weihnachten schenken“, sagt Fred Bollmeier lachend. Doch das könne knapp werden. Mit der jetzigen Lösung, versichert Thomas Czekalla, „können wir alle sehr gut leben“. Und auch Fred Bollmeier bilanziert: „Die Vorteile überwiegen in meinen Augen.“ (lh)

 


„Wir haben es selbst in der Hand“
Neue Situation im Rhader Bankgebäude beschäftigt den Gemeinderat - Mehr Fläche für den Dorfladen

RHADE. Die neue Situation im Rhader Volksbankgebäude (siehe obenstehenden Artikel) beschäftigte am Donnerstagabend den Gemeinderat. Bürgermeister Thomas Czekalla informierte über das Gespräch mit Repräsentanten der Volksbank und den nunmehr geplanten Abzug des Personals, um stattdessen eine automatengestützte Filiale zu halten.
Das bedeutet für den in den Räumlichkeiten geplanten Dorfladen: „Wir sparen Umbaukosten und haben fast 80 Quadratmeter mehr Innenraum zur Verfügung“, erläuterte der Bürgermeister. „Wir hatten es uns zwar anders vorgestellt, aber man muss es akzeptieren.“ Denn angesichts nur noch durchschnittlich eines Kunden pro Stunde am Bankschalter und der weiteren Umstände, könne die Gemeinde froh sein, dass das Geldinstitut mit der neuesten Automatengeneration vor Ort bleibe, ergänzte Ratsherr Fred Bollmeier. „Für mich ist es langfristig die bessere Lösung“, weil stabiler, so der 2. stellvertretende Bürgermeister. Ratsherr Bernd Sauerland entgegnete, er fühle sich „nicht mitgenommen“ von den jetzigen Geschehnissen. „Sauber ist das irgendwie nicht gelaufen“, befand er und wies darauf hin, dass die jetzt öffentlich gemachte Situation intern öffenbar schon seit Ende Juli bekannt sei.
Fred Bollmeier warb weiter für das Projekt und verdeutlichte: In Orten vergleichbarer Größe seien nicht mal mehr Geldautomaten zu finden: „Ohne das Dorfladen-projekt würde die Bank komplett abziehen.“ Ob das Vorhaben mit dem Laden von Erfolg gekrönt sein werde, das wisse vorher niemand. Aber: „Wir haben es selbst in der Hand.“
Bezogen auf die Automaten der Volksbank, zog Ratherr Thomas Brunckhorst die Schlussfolgerung: Umso mehr Kunden die Bankautomaten in Rhade nutzen, umso größer sei die Chance, sie zu erhalten. Dazu merkte Thomas Czekalla an, dass viele der Rhader Volksbank-Kunden auch auswärtige Automaten nutzen. (lh) ZZ 27.08.2016