Pfannkuchen fliegt ins Publikum - ZZ 25.07.2009

Pfannkuchen fliegt ins Publikum - ZZ 25.07.2009

Pfannkuchen fliegt ins Publikum

Rhade. „Pleiten?“, sagt Ingrid Viebrock, die schon so manches Stück mit dem Rhader Theater-Nachwuchs, den „Rha-La-Büddels“, einstudiert hat. „An Pleiten kann ich mich gar nicht erinnern.“ Dennoch wird eine Verabredung gemacht. Beim Kaffeeklatsch werden Fotoalben gewälzt – und es wird gelacht, bis die Tränen kommen.
Von Renate Schwanebeck

„Also, was immer ein Problem ist, ist unsere jungen Liebespaare zusammenzubringen und sich näher zu kommen…“ sagt Brigitte Druske und schmunzelt in die Runde. Viel haben die Spieler nicht dazu zu sagen…

Jetzt werden erstmal die alten Fotoalben durchgenommen. Und siehe da, es kommen die schönsten Missgeschicke ans Licht. So bei den „Rha-La-Büddels“, als Kai Brunkhorst und Annika Druske im Bett lagen und es „Füeralarm“ gab. Der Kamerad springt aus dem Bett, greift nach der Hose und will schnell hineinschlüpfen – aber, oh weh, das gute Stück ist ganz verknuddelt und auf links, und es gelingt dem Helden nicht, in die Beinkleider zu steigen, denn er muss nur noch lachen, lachen, lachen. Und das Publikum auch.

Dem Lachanfall nicht entkommen konnte bei den „Großen“ von der Rhader Landbühne (Rha-La-Bü) auch Christiane Kruse nicht, als sie einmal in einer Szene auf der Bühne fegen und singen sollte. Dabei fiel der Besen auseinander. „Und ich musste so lachen, aber ich musste ja singen und dann auch noch den Besen flicken.“ Ein anderes Mal hatte sie ein paar Sätze vergessen zu sagen und war zu früh von der Bühne gegangen. Dann fehlte den anderen der Anschluss. „Sie guckten sich an und gingen dann auch von der Bühne. Hinten haben wir dann gemerkt: So geht das nicht und dann sind wir nacheinander wieder raufgegangen.“
Bei der Erinnerung an diese Panne müssen alle lachen, bis die Tränen kommen und Gastgeberin Brigitte Druske gibt eine Runde Taschentücher aus. Pech hatten die Rhader einmal auch mit den Frisuren. Als, in Ermangelung von Senioren-Schauspielern, einige Darsteller für den Auftritt ergrauen sollten, ließ Friseurin Ingrid Viebrock ihre Phantasie walten und es gab einen aufgedüddelten, tüchtig bestäubten Dutt. Und es gab Beifall auf der Bühne, aber Schimpfe hinter den Kulissen, wie sie sich erinnert. „Zweieinhalb Stunden vorher die Haare aufdüddeln – und hinterher ging es nicht wieder raus.“

Etwas zu viel Mehl hatte die fröhliche Truppe auch erwischt, als sie im Stück „Müggensack sien Venus“ einen Stuhl damit bestäubte – die Haushälterin hatte nämlich alles verlottern lassen. „Und als wir da draufklopften, gab es eine riesige Staubwolke, so dass man gar nicht mehr sehen konnte“, erinnert sich Hanna Schröder.


Wie sich herausstellt, wollten in Rhade schon öfter die Requisiten nicht mehr mitspielen. Etwa ein Feuerhaken, den jemand zum nachdrücklichen Schimpfen in die Hand nehmen sollte. Aber das aufmüpfige Stück war nicht an seinem Platz. Was also tun? Runter von der Bühne, Feuerhaken suchen und auf der anderen Seite richtig sauer wieder hereinkommen!

Apropos „aufmüpfig“ – da sollte doch jemand bei „Snieder Nörig“ seinen Teller mit einem Pfannkuchen auf den Boden werfen und der Teller entzweibrechen. Das tat der aber nicht, sondern sprang – und der Pfannkuchen mit ihm – in Richtung Zuschauer von der Bühne hinunter.
Artikel vom 25.07.09