Erfolg für „Selsingen-Süd“ - Rhade im Dorfentwicklungsprogramm - ZZ 14.01.2015

Erfolg für „Selsingen-Süd“ - Rhade im Dorfentwicklungsprogramm - ZZ 14.01.2015

Jetzt kann´s losgehen - Rhade im Dorfentwicklungsprogramm

 

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Erfolg für „Selsingen-Süd“


Niedersachsen nimmt die Gemeinden Rhade, Seedorf und Ostereistedt ins Dorfentwicklungsprogramm auf
VON LUTZ HILKEN

SELSINGEN. Geschafft: Die drei Gemeinden Rhade, Seedorf und Ostereistedt sind in das niedersächsische Dorfentwicklungsprogramm aufgenommen worden. Das hat das Landwirtschaftsministerium in Hannover am Dienstag mitgeteilt.


16 neue Dorfentwicklungsregionen sind für die Förderung ausgewählt worden, darunter die „Dorfregion Selsingen“. Nach den fünf Nordgemeinden Änderungen, Deinstedt, Farven, Sandbostel und Selsingen kommt jetzt also auch „Selsingen-Süd“ in den Genuss der Förderung. Darauf hatten Einwohner der sechs beteiligten Orte Rhade, Rhadereistedt, Seedorf, Godenstedt, Ostereistedt und Rockstedt mit Landschaftsarchitekt Andreas Ackermann lange hingearbeitet.
In Ideenwerkstätten und Arbeitskreissitzungen entstanden Vorschläge, wie sich die sechs Orte in den nächsten Jahren weiter entwickeln könnten. Sie mündeten in einem Vorgutachten zum Themenbereich „Dienstleistung und Grundversorgung“ und in die Bewerbung zur Aufnahme ins Dorfentwicklungsprogramm.


Jetzt ist die Aufnahme geschafft. „Das ist eine gute Nachricht für nachhaltige Investitionen in die Zukunft des ländlichen Raums. Ich freue mich, so viele gute Vorschläge und Konzepte für eine moderne, ökologisch-soziale Dorfentwicklung fördern zu können“, erklärt Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne). Die Mittel für Dorfentwicklungsprojekte hatte die Landesregierung mit dem PFEIL-Programm aufgestockt. „Vorbehaltlich der Genehmigung durch die EU-Kommission ist geplant, in dieser Förderperiode mehr als 115 Millionen Euro aus EU-Geldem für Dorfentwicklungsmaßnahmen in Niedersachsen zu reservieren“, heißt es aus dem Ministerium. Hinzu kommen Ko-Finanzierungsmittel von Bund und Land. Der Landtag habe zusätzlich zwei Millionen Euro Landesmittel für private Dorfentwicklungsmaßnahmen in 2015 zur Verfügung gestellt.


Zusammen mit den neu aufgenommenen 16 Dorfregionen könnten nun 309 Dorfentwicklungsverfahren gefördert werden. Inhaltlich richtete die Landesregierung die Ausschreibung für die Dorfentwicklung auf den demographischen Wandel, das Flächensparen, die Innenentwicklung und den Klimaschutz aus. Zudem werden vor allem Kooperationen mehrerer Dörfer gefördert - so wie der Verbund der Gemeinden Seedorf, Rhade und Ostereistedt.

Freude bei Bürgermeistern
Die Höhe der Fördermittel ergibt sich aus dem jeweiligen Dorfentwicklungsprozess und der Förderfähigkeit der Einzelprojekte in den nächsten Jahren. Christian Meyer: „Mit der Dorfentwicklung schaffen wir Zukunftsperspektiven und Aufbruchstimmung für den ländlichen Raum.“
Erfreut reagierten gestern die beteiligten Bürgermeister, die von der ZZ über die Aufnahme ins Förderprogramm erfuhren. „Das ist eine tolle Nachricht“, sagte Thomas Czekalla aus Rhade. Die Teilnahme am Förderprogramm bedeute nun viel Arbeit und eine „positive Weiterentwicklung“ der Gemeinde, in erster Linie bezogen auf den geplanten Dorfladen mit Dorftreff.
„Das freut mich wirklich“, reagierte Jakob Hinck aus Seedorf. „Es ist eine tolle Überraschung, dass es so schnell gegangen ist. Nun heißt es für uns, dass wir die Sache in die Hand nehmen und kräftig anpacken.“ Es gelte Arbeitsgruppen zu gründen und das weitere Vorgehen etwa in Bezug auf den Ortsmittelpunkt oder den Kindergarten voranzutreiben.
Als „Chance für die Gemeinde Ostereistedt“ wertete Ulrike Ringen die Aufnahme. Die Dörfer weiter zu entwickeln und Ideen umzusetzen seien große Herausforderungen, „die wir nur gemeinsam mit den Einwohnern bewältigen können.“ Auf deren Engagement hofft sie. Denn: „Es wird viel Arbeit auf uns zukommen.“


Zum Thema - So geht es weiter: 
Für die Dorfregionen wird jeweils ein Plan für das Dorfentwicklungsverfahren erstellt. Nach Prüfung und Anerkennung stimmt das Amt für regionale Landesentwicklung den zeitlichen Rahmen, der für die Umsetzung der Maßnahmen erforderlich ist, mit der Kommune ab. Auf dieser Basis können dann die Förderanträge gestellt werden, die je nach Antragslage und zur Verfügung stehender Fördermittel bewilligt werden. (siehe auch Zile - Zuwendungen zu integrierten ländlichen Entwicklung)



Meine Meinung: LUTZ HILKEN

Durchbruch für Rhader Projekt

Besser kann es nicht laufen: Nach den fünf Selsinger Nordgemeinden profitieren nun auch die verbliebenen drei Südgemeinden Ostereistedt, Rhade und Seedorf vom Dorfentwicklungsprogramm. Somit wird in den nächsten Jahren weiter viel Geld in die Region fließen, um kleine Orte zukunftsfähiger zu gestalten, den Gemeinsinn der Einwohner mit den Projekten nachhaltig zu stärken. Darauf dürfen sich insbesondere Rhader Bürger freuen, die schon enorm viel Zeit und Arbeit in die Planung eines Dorfladens mit Dorftreff im ehemaligen Gasthof „Jägerhaus“ investiert haben. Hier dürfte jetzt der Durchbruch geschafft sein, das Vorhaben tatsächlich zu realisieren. Diese einmalige Chance gilt es wahrzunehmen. Nicht nur in Rhade; in allen beteiligten Orten öffnen sich nun ungeahnte Perspektiven. ZZ 14.01.2015