Wenn die eigenen Gefühle Achterbahn fahren

24.11.2021 00:00

Rhader Landfrauen hören spannenden Vortrag „Die Sprache des Körpers“ in Ostereistedt – Referentin gibt lebensnahe Tipps

eigenen Gefühle Achterbahn fahren
Referentin Brigitte Becker (vorne) mit der Vorsitzenden Birgit Arndt nach Überreichung des Präsents.

Rhade. Die Rhader Landfrauen trafen sich kürzlich im Vereinslokal „La Locanda“ in Ostereistedt, um einem Vortrag der Referentin Brigitte Becker zum Thema „Die Sprache des Körpers“ zu hören.

Birgit Arndt eröffnete die Veranstaltung. Es folgte noch die Information, dass das Jahresprogramm für 2022 erstellt wurde und das Vorstandsteam hofft, dass alle Aktionen, Fahrten und Veranstaltungen auch stattfinden können.

Nach einem Essen stellte die Referentin Brigitte Becker sich den Rhader Landfrauen zunächst einmal vor, ehe sie mit ihrem Vortrag begann. „Die Sprache des Körpers“ oder auch Körpersymptom genannt, ist alles, was wir in unserem Körper merken, das durch verschiedene Merkmale oder Ereignisse ausgelöst wird, heißt es von den Landfrauen. So können unter anderem Reize/Reflexe, Ernährung, Bewegung, Rauschmittel, aber auch die Umwelt, Luftschadstoffe, Schimmel oder E-Smog Körpersymptome auslösen. Ein Beispiel für ein Körpersymptom, das durch einen Reiz oder Reflex ausgelöst wird, ist, dass man die Augen zusammenkneift, wenn die Sonne einen blendet. Ein großes Gebiet, welches auch Körpersymptome auslöst, sind die Gefühle. Zu jedem Gefühl, das wir erleben, gibt es einen körperlichen Ausdruck: Angst (Zittern, Herzrasen, trockener Mund), Wut (steigender Blutdruck, ebenfalls Herzrasen, roter Kopf), Traurigkeit (Weinen, innere Leere), Freude (Heiterkeit, Lachen und Zuversicht).

Haben wir lang anhaltende schlechte Gefühle, so kann das zu Kopfschmerzen, Magen- und Darmbeschwerden, Herzproblemen, Verspannungen, Bandscheibenproblemen, Erschöpfung und sogar zu Depressionen führen.

Es gibt drei Gruppen, die Gefühle hervorrufen können: erstens der berühmte „wunde Punkt“, zweitens Bedürfnisse und drittens Überzeugungen und Erwartungen. Bekommt man als Kind immer wieder gesagt „Du kannst das nicht“, glaubt man es irgendwann. Soll man dann zum Beispiel etwas erledigen, was man vorher noch nie gemacht hat, so sendet das Unterbewusstsein an das Bewusstsein das Signal „Ich kann das nicht“, was dazu führt, dass man in Stress gerät und Angstgefühle bekommt mit Zittern, Herzrasen und dergleichen mehr.

Jeder Mensch hat Bedürfnisse nach Luft, Wasser, Nahrung, Wohnraum und Schutz, den sogenannten elementaren Grundbedürfnissen. Aber auch die Bedürfnisse nach Zugehörigkeit, Akzeptanz, Wertschätzung, emotionale Sicherheit, Vertrauen in Partner, Familie, Kinder oder Arbeitgeber und nach Sinnhaftigkeit bei der Tätigkeit, die man ausführt, wollen befriedigt werden. Zu der Sinnhaftigkeit bei der Tätigkeit, die man ausführt, zählt unter anderem, dass man Ziele und Werte bestimmt. Beispiel: Ich möchte Klavierspielerin werden, der Vater hat jedoch einen eigenen Betrieb und verlangt, dass ich diesen übernehme. Wenn ich dazu jedoch keine Lust habe und es aus Pflichtgefühl trotzdem mache, werde ich unglücklich sein und Körpersymptome entwickeln.

 

Unerfüllte Bedürfnisse

Unerfüllte Bedürfnisse über eine lange Zeit können zu Angst vor Arbeitsplatzverlust, Angst vor Ausgrenzung, Ärger, Anspannung, Frustration, Hilflosigkeit, Lustlosigkeit, Ruhelosigkeit, Unzufriedenheit, Teilnahmslosigkeit und Streitlust führen. Daraus kann im schlimmsten Fall eine Depression entstehen.

Ein Beispiel für die Gruppe Überzeugung/Erwartung: Man verschickt eine WhatsApp und hat die Erwartung „da muss ja gleich die Antwort kommen“. Nach zwei Minuten wird man bereits nervös, nach fünf Minuten denkt man „wo bleibt die Antwort und hab ich was falsch gemacht“ und nach 15 Minuten bekommt man Zweifel, wird wütend und entwickelt Stresssymptome. Ein Ausweg wäre, sein Denken zu verändern: Nicht zu denken „da muss ja gleich die Antwort kommen“, sondern zum Beispiel „wenn ich heute noch eine Antwort bekomme, wäre es schön“. Wenn dann abends keine Antwort gekommen ist, könnte man einfach nur denken „schade“ und man bleibt entspannt.

Erwartungen zu haben, ist ein sicheres Mittel sich unglücklich zu machen, so die Referentin. Zum Abschluss ihres Vortrages gab Becker den Rhader Landfrauen noch Empfehlungen für die andauernde Coronazeit mit: auf das eigene Herz hören, Dinge tun, die gut tun und Freude machen (Musik hören, Vögel beobachten, im Wald spazieren gehen), Gespräche mit Menschen, die einem wichtig sind und schlechte Nachrichten vermeiden. „Sorgen Sie selber für sich, tun Sie etwas für ihre Seele“!

Becker erhielt im Anschluss noch ein Präsent als Dankeschön und Birgit Arndt verabschiedete die Landfrauen mit der Bitte, dass man gut auf sich achten und gesund bleiben soll.

 

Zevener Zeitung vom 24.11.2021