Dorfladen Rhade legt vielversprechende erste Monate im neuen Jahr hin

06.03.2018 17:43

„Sind auf dem richtigen Weg”
Von Bürgern für Bürger: Dorfladen Rhade legt vielversprechende erste Monate im neuen Jahr hin


von Lutz Hilken
Rhade. Das hätte Hermann Kück so nicht erwartet. Entgegen aller Prognosen von Lieferanten, die Monate Januar und Februar seien in der Lebensmittelbranche allgemein umsatzschwächer als üblich, nahm der Dorfladen Rhade eine erfreulich stabile Entwicklung. Der stellvertretende Vorsitzende des wirtschaftlichen Vereins, der den Dorfladen trägt ist denn auch überzeugt: „Wir sind auf dem richtigen Weg."
Schon nach einer Zwischenbilanz im Herbst vergangenen Jahres, als der Vorstand die ersten Sechs Monate des Dorfladen-Betriebs Revue passieren ließ, waren die kalkulierten Zahlen positiver als erwartet ausgefallen. Im November und Dezember profitierte der Dorfladen zusätzlich vom Weihnachtsgeschäft.
Und entgegen der Erwartungen legte er im Januar und Februar einen überraschend guten und stabilen Start ins neue Jahr Hin. Die Zahlen waren hier besser als in vielen Monaten des Vorjahres, freuen sich Hermann Kück und seine Mitstreiter. Auch wenn alle Beteiligten wissen, dass dafür viel Arbeit nötig ist und „die Bäume nicht in den Himmel wachsen“.
Woran liegt es seiner Ansicht nach, dass der Dorfladen allen Unkenrufen zum Trotz angenommen wird? „Bislang hören wir von den Verbrauchern, dass Preis
und Leistung stimmen“,. stellt er erfreut fest. Ein Schlüssel zum Erfolg ist die Kundenorientierung: „Wir passen unser Angebot dem Bedarf an und legen Wert darauf, mit Kunden zu sprechen, was ihnen fehlt.“ So ist das Angebot nach und nach erweitert worden, etwa der Bereich mit frischem Obst und Gemüse. Eine kompakte Ecke mit Bio-Produkten ist mittlerweile ebenso zu finden wie zunehmend Waren regionaler Anbieter und Lieferanten.

Sortiment kommt an
Dies alles führte nach dem Eindruck von Hermann Kück dazu, dass die heimischen Kunden noch etwas mehr vor Ort einkaufen. Zunehmend wüssten auch auswärtige Kunden - nicht nur aus Nachbarorten wie Rockstedt, Rhadereistedt oder Glinstedt -das 2500 Artikel umfassende Sortiment zu schätzen.
Die Regionalität möchte der wirtschaftliche Verein weiter ausbauen. Hermann Kück hält es beispielsweise für denkbar, in absehbarer Zeit auch Wildfleisch im Dorfladen anzubieten. Darüber hinaus steht das Tiefkühl-Sortiment vor einer Erweiterung. So solle bald eine weitere Kühlmöglichkeit beschafft werden, kündigt der stellvertretende Vorsitzende an.
Dass der Dorfladen überhaupt eine Zukunft hat, ist zu einem erheblichen Teil den insgesamt 25 Ehrenamtlichen zu verdanken, die freie Zeit für die Einrichtung von Bürgern für Bürger opfern. Von der Warenannahme über die Regal-Pflege und die Buchführung bis zum Winterdienst und zu handwerklichen Arbeiten erledigen Freiwillige die notwendigen Tätigkeiten unentgeltlich. Im Durchschnitt kommen pro Woche etwa 100 Stunden ehrenamtlicher Arbeit zusammen, hat Hermann Kück ermittelt. Das ist tatkräftige Unterstützung für die drei angestellten Verkäuferinnen und die 400-Euro-Kraft.
Der Vorstand ist dankbar für die Hilfe, die nicht nur von alteingesessenen Rhadern, sondern auch von Neubürgern und sogar Auswärtigen geleistet wird. Hermann Kück weiß aber auch: „Bei uns steht und fällt alles mit den Leuten, die bei uns einkaufen.“
Der stellvertretende Vorsitzende blickt nun „guten Gewissens“ auf die im April stattfindende Jahreshauptversammlung des Dorfladen-Vereins, um eine erste Bilanz des im April 2017 eröffneten Geschäfts zu präsentieren.

Standpunkt von Lutz Hilken: Der schönste Lohn für die viele Arbeit
Das Engagement des wirtschaftlichen Vereins „Dorfladen Rhade" trägt Früchte. Die ehrenamtlich geleisteten Stunden von Unterstützern zeigen Wirkung. Das von Bürgern für Bürger initiierte Dorfladen-Projekt nun in Betrieb zu sehen, dazu positiver als ursprünglich kalkuliert, müsste Motivation genug sein, um den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Konsequent auf Kundenwünsche zu reagieren, ist ein Schlüssel zum Erfolg, ein stimmiges Preis-Leistungsverhältnis ebenso wichtig. Wenn ein Vertreter des Hauptlieferanten dann feststellt, dass die stabilen Umsätze im Januar und Februar „total außergewöhnlich" sind, wie Hermann Kück erwähnt: Hut ab. Dabei ist der Dorfladen mehr als ein Geschäft - er ist ein Treffpunkt, der das soziale Miteinander fördert. Dass die Kunden das Waren- und Serviceangebot annehmen ist jedoch der schönste Lohn für die viele Arbeit - denn so hat der Dorfladen eine reelle Perspektive. ZZ 06.03.2018