Rhade investiert in Gebäude

30.03.2017 17:39

Rhade investiert in Gebäude
Umbau zum Dorfladen und Rhadereistedter Dorfzentrum prägende Projekte - Rat verabschiedet Etat

Von Lutz Hilken

rhade. Der Rhader Gemeinderat hat seinen Haushaltsplan für 2017 am Dienstagabend einstimmig verabschiedet. Die Steuersätze bleiben stabil, die Schulden steigen wegen der Investitionen in die Infrastruktur. Der Etat weist ein Defizit von 47 000 Euro aus. Dennoch sind sich alle Beteiligten einig, das sich die Ausgaben langfristig auszahlen.
Um die Investitionen zu schultern, hat die Gemeinde eine Kreditaufnahme in Höhe von bis zu 400000 Euro eingeplant. Insbesondere der derzeit laufende Umbau des ehemaligen Volksbankge-bäudes zu einem Dorfladen und dessen Ausstattung lässt sich die Gemeinde etwas kosten und kann dabei zugleich auf erhebliche Zuschüsse vom Land Niedersachsen zurückgreifen.
Für den Umbau sind in diesem Jahr 265000 Euro veranschlagt, für die Ausstattung 82000 Euro. Hier rechnet die Gemeinde mit Zuschüssen von insgesamt 230000 Euro. Ein weiteres Bauvorhaben ist der Um- beziehungsweise Anbau des Rhadereistedter Feuerwehr- beziehungsweise Dorfgemeinschaftshauses. Dafür sind in diesem Jahr 250000 Euro veranschlagt. Für 2018 sind weitere 250000 Euro inklusive der Gestaltung der Außenanlagen kalkuliert. Das Ganze erfolgt als Bestandteil der Dorfentwicklung Selsingen-Südgemeinden. Daher erwartet die Gemeinde im kommenden Jahr einen Landeszuschuss in Höhe von 315000 Euro für das Projekt, das mit 63 Prozent der Kosten gefördert wird.
Was das Rhader Baugebiet Rummeldeisbeek betrifft, so rechnet die Gemeinde in diesem Jahr mit dem Verkauf eines Grundstücks, 2018 mit drei weiteren Verkäufen und 2019 mit dem Verkauf der letzten beiden Flächen für Häuslebauer. Er sei „guten Mutes“ dass die insgesamt sechs Bauplätze verkauft werden, alles deute darauf hin, so Bürgermeister Marco Mohrmann.

Der Ausbau der Straße Am Steg in Rhade belastet den Etat in diesem Jahr abzüglich der Ausbaubeiträge mit 53 000 Euro. Überdies investiert die Gemeinde in eine neue Decke für den Tarmstedter Weg in Rhadereistedt. Den Kosten in Höhe von 65 000 Euro steht ein Zuschuss des Landesforstverbandes (38000 Euro) gegenüber.
Die Verschuldung steigt in diesem Jahr voraussichtlich von knapp 600000 auf rund 980000 Euro - wenn die Kreditaufnahme denn tatsächlich in der Höhe erforderlich ist. „Das sieht erstmal sehr eng aus und ist auch eng“, sagte Finanzausschussvorsitzender Fred Bollmeier. Würde die Gemeinde nicht in ihre Dörfer investieren, hätte sie ein „dickes Plus“. Auf den zweiten Blick jedoch stehe die Kommune mit den Investitionen langfristig besser da. „2018, spätestens 2019 schreiben wir wieder schwarze Zahlen“, versicherte er und betonte: „Wir haben alles unter Kontrolle.“
Das sieht der Bürgermeister genauso. Den Etat bezeichnete er als eine gesunde Mischung zwischen vorsichtiger Haushaltsführung und „mutigem Blick nach vorne“. Die Gemeinde sei aktiv, nehme Dinge in Angriff, die für eine lebenswerte Gemeinde vonnöten seien. „Wir sind auf dem richtigen Weg, wie ich finde“, bilanzierte er.
Samtgemeinde-Kämmerer Patrick Schlesselmann hatte zuvor die Eckpunkte des Zahlenwerkes dargelegt, auf das Defizit von 47000 Euro im Ergebnishaushalt verwiesen, das insbesondere auf höhere Umlagezahlungen für Steuermehreinnahmen sowie auf höhere Unterhaltungskosten zurückzuführen sei. Er äußerte sich zuversichtlich, dass am Ende weder das Defizit noch die Kreditaufnahme in der veranschlagten Höhe zu verbuchen seien.
Im Ergebnishaushalt sind unter anderem 10 000 Euro für die Änderung des Flächennutzungsplans im Bereich des Tontaubenschießstands Rhadereistedt zwecks Lärmschutzmaßnahmen vorgesehen. Die Kosten wird der Verein erstatten. Die Mitglieder haben am Wochenende dafür gestimmt, das Vorhaben zu realisieren.
Was für Freude im Rat sorgte: Die Stromkosten für die Straßenbeleuchtung werden aufgrund der Umstellung auf energiesparende LED-Technik mehr als halbiert und sind für 2017 nur noch mit 5000 Euro angesetzt. Als erste Kommune in der Samtgemeinde verabschiedete der Rat den Etat. ZZ 30.03.2017