Damit kein Gras drüberwächst - Müllsammelaktion vom 13.04.2013

15.04.2013 14:28

Timo und Jan können kaum glauben, wieviel Müll manche Menschen in die Natur schmeißen. Fotos: ha
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Müll hat in Natur nichts zu suchen“

Rhade. Der Frühling und mit ihm das Aufblühen der Landschaft schreiten bislang nur zögerlich voran: Umso deutlicher ist dafür der achtlos weggeworfene Müll zu sehen, der die Natur verschandelt und für viele Wildtiere häufig zur Todesfalle wird. In der Gemeinde Rhade haben sich deshalb am Sonnabendvormittag zahlreiche Kinder und Erwachsene aufgemacht, Wegesränder und Halteplätze von diesem Wohlstandsmüll zu säubern. Von Saskia HARSCHER

Timo ist sauer: „Müll in der Natur ist total daneben“, findet der Schüler aus Rhade. Für ihn und seinen Freund Jan ist es unbegreiflich, wie die Menschen so viel Müll einfach in den Straßengraben werfen. Müllsack für Müllsack füllen die beiden mit Unrat vom Wegesrand.

„Ganz viel Papier“
„Hier liegt auch ganz viel Papier und wenn das nass ist, ist das schön eklig anzufassen“, erzählt Jan. Alle Tausend Meter, manchmal auch weniger, bekämen sie einen großen Müllsack voll berichtet Heiko Märkert kopfschüttelnd. Und das sei nur die eine Straßenseite, bei der Gruppe auf der anderen Seite käme noch einmal die gleiche Menge zusammen.


Der Initiator der Aufräumaktion, Hans-Hermann Bohling, weiß aus Erfahrung, dass jedes Jahr ein großer Traktoranhänger mit dem gesammelten Müll voll wird. Bohling hat vor sechs Jahren die privat organisierte Aktion unter dem Motto: „Damit kein Gras drüber wächst“ ins Leben gerufen. Unterstützung bekommen Bohling und seine Mitstreiter von der Gemeinde, die unter anderem einen Abfallcontainer organisiert und sich um die Verpflegung der Helfer kümmert. Seine Motivation sei eine grundsätzliche Verantwortung für die Natur gewesen. „Ich konnte mir das nicht mehr anschauen“, so der Rhader zu der sichtbaren Umweltverschmutzung in seiner Gemeinde. Besonders Park- oder Halteplätze seien die reinsten Dreckplätze. Umso mehr freut sich Bohling über die vielen kleinen und großen Helfer, die sich gemeinsam mit ihm tatkräftig für eine saubere Landschaft engagieren.
ZZ-Artikel vom 15.04.13

 

 

Drei Fragen an HANS-HERMANN BOHLING, INITIATOR DER MÜLLSAMMELAKTION IN RHADE

„Auch eine Art Umwelterziehung"


Wie zufrieden sind sie mit der Resonanz auf die Aktion?

Ich bin sehr zufrieden, wir haben jedes Jahr mehr Teilnehmer. In diesem Jahr sind wir über 20 Personen - Erwachsene und Kinder gemischt. Heute Morgen sind sogar noch einige ganz spontan dazugekommen - und das trotz des schlechten Wetters.

Wird heutzutage weniger Müll weggeschmissen als noch vor ein paar Jahren?

Nein, viel weniger wird es nicht. Es werden weniger Flaschen und Dosen weggeschmissen, dafür aber sehr viele von diesen Coffee-to-go-Bechern. Auffällig ist auch, dass hier in der Gemeinde sehr viel Bauschutt und Gartenabfälle an den Wegesrändern und Halteplätzen entsorgt werden.

Welches Ziel verfolgen sie mit ihrer Aktion - außer dem, die Landschaft zu säubern?

Ja, vielleicht auch eine Art Umwelterziehung - es kann ja so nicht weitergehen. Hier machen auch viele Kinder mit, die auf diesem Wege lernen, Verantwortung fürs Ganze zu übernehmen. Diejenigen, die mitmachen, werfen bestimmt nichts mehr weg und sind sich auch nicht zu schade, den Müll von anderen aufzusammeln, (ha)