Zwei Gemeinden sagen „Ja“ - ZZ 21.11.2013

Zwei Gemeinden sagen „Ja“ - ZZ 21.11.2013

 

Zwei Gemeinden sagen „Ja“


Rhade/Ostereistedt. Zwei Signale stehen auf Grün, das dritte könnte am Dienstag in Seedorf folgen. Die Räte Rhade und Ostereistedt beschlossen jeweils einstimmig, im Verbund ein Förder-Vorgutachten beim Land zu beantragen sowie dafür federführend das Ingenieurbüro Ackermann aus Hannover zu beauftragen. Von Christiane Meyerdierks

Einem gemeinsamen Brainstorming, also einer vertiefenden, Experten gestützten Untersuchung, stünde dann nichts im Wege. Gewusst wie. Auf das Wissen und die Erfahrung von Experten in Sachen europäischer, deutscher und niedersächsischer Fördertöpfe inklusive entsprechender Kriterien und Formalien setzen ab sofort die Gemeinden Rhade und Ostereistedt. Seedorf als dritte Instanz hat für Dienstag eine Ratssitzung angekündigt, bei der entsprechende Beschlüsse ebenfalls geprüft werden. Fristgerecht bis zum 30. November muss im Fall der Fälle ein gemeinsamer Antrag der drei Gemeinden beim Land eingereicht sein.

Verbunddorferneuerung: Unter dieser Förderflagge segeln die Norddörfer der Samtgemeinde, also Anderlingen, Deinstedt, Farven, Sandbostel und Selsingen, bereits seit 2006 erfolgreich. Federführend begleitet durch das Ingenieurbüro Ackermann aus Hannover konnten viele gemeinsame und ortsspezifische Zukunftsprojekte geplant und kofinanziert umgesetzt werden. „Wir sind hier auf der Zielgeraden“, erklärte Andreas Ackermann, der Montagabend bei den Ratssitzungen in Rhade und Ostereistedt zu Gast war. Die Idee, auch die Süd-Dörfer strategisch in den Genuss von Fördergeldern zu bringen, habe sich im Laufe des Jahres immer mehr konkretisiert.

Tatsächlich stünden dem für den hiesigen Beritt zuständigen Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGLN) in Verden für 2013 noch Gelder für maximal zwei Verbunddorferneuerungen zur Verfügung, doch seien hierfür bereits sieben detaillierte Bewerbungen eingegangen. „Nichts ist unmöglich, aber die Chancen stehen nicht besonders gut“, berichtete Ackermann von Gesprächen mit dem LGLN. Die gute Nachricht: Nach zwei Begehungen sei aus Verden gleichzeitig das klare Signal gekommen, man sehe förderfähiges Potenzial in der Region und empfehle die Erstellung eines Vorgutachtens zum Thema „Dienstleistung und Grundversorgung“ – erste Fördergelder könnten aus diesem Topf ab Ende 2014 abgerufen werden, wenn die Modalitäten für die Förderperiode 2014 bis 2020 festgesetzt sind.

Die Frage aus dem Rhader Rat, ob ein solcher Vorab-Abruf einen späteren Fördergeldfluss für dasselbe Projekt offen halte, bejahte der Experte. Zudem bestünde die Möglichkeit, in Einzelmaßnahmen zu denken. Beispiel Jägerhaus: Hier könnte unterschieden werden in die Bauabschnitte „Saal und Café“, „Dorfladen“ und „Jugendraum und Außengelände“. Gleichermaßen, so Ackermann auf Rückfrage in Ostereistedt, seien Sammel-Maßnahmen möglich, um auf benötigte Gesamtsummen im privaten Bereich zu kommen. Auf besonderes Interesse stieß die Möglichkeit, landwirtschaftliche Bauten förder- und zukunftsfähig privat oder gewerblich umzunutzen.

Die Räte Rhade und Ostereistedt entschieden nach kurzer Diskussion, die Chance einer Experten gestützten Umgebungsanalyse zu nutzen. Beide beschlossen erstens jeweils den „Antrag auf Erstellung eines Vorgutachtens für die drei Gemeinden Ostereistedt, Rhade und Seedorf im Verbund zum Thema Dienstleistung und Versorgung“ sowie zweitens, sofern dieser Antrag bewilligt ist, die offizielle Beauftragung des Ingenieurbüros Ackermann mit der Begründung, dass diese bei Selsingens Nord-Verbund bereits Erfahrungen gesammelt hat.

Die Gesamtkosten des Vorgutachtens werden auf 36 400 Euro geschätzt, wobei nach Abzug der bereits zugesicherten Übernahme von 19 500 Euro durch das LGLN noch rund 5600 Euro für jede Gemeinde zu Buche schlagen. Die Analyse könnte – nach einer Zusage durch das Land noch in 2013 – bereits im Januar oder Februar mit einer Bürgerversammlung sowie der Installierung von Ideenwerkstätten, Arbeitskreis und Steuerungsgruppe starten.

Bis Herbst 2014 sei das Ziel eines Chancen-Risiken-Profils nebst Leitbild und Rahmenplan gesetzt. Nach ortsspezifischer Prioritätenliste würden anschließend Fördergelder abgerufen und Maßnahmen umgesetzt. Sollte der Gemeinderat Seedorf am Dienstag ebenfalls entsprechende Beschlüssen fällen, würde die Samtgemeinde den gemeinsamen Antrag vorbereiten und ihn den drei Bürgermeistern zur Unterschrift vorlegen. Die Frist für den Antrag endet am 30. November. ZZ-Artikel vom 21.11.13