Über 30 Rhader unterwegs bei der „Flurbereinigung" - ZZ 11.04.2016

Über 30 Rhader unterwegs bei der „Flurbereinigung" - ZZ 11.04.2016

„Es hat sich dieses Jahr gelohnt“

Über 30 Rhader unterwegs bei der „Flurbereinigung" - Anschließend gemeinsames Grillen mit den Flüchtlingen

Von Renate Schwanebeck

 

rhade. Bei herrlichem Frühlingswetter brachen am Sonnabend gut 30 Rhader auf, um im und rund um das Dorf den Müll einzusammeln, den achtlose Zeitgenossen dort hinterlassen haben.
Das Motto lautet traditionell: „Flurbereinigung - damit kein Gras drüber wächst".
Schon seit Jahren verdingt sich der Rhader Hans-Hermann Bohling als Initiator der Müllsammel Aktion. Am Ende lautete sein Resümee für dieses Jahr: „Es hat sich dieses Jahr gelohnt! Wir sind überall fündig geworden.“ Auf seinem Sammelwagen fander sich zum Beispiel ein alter, mit Moos bewachsener Autositz, eine alte Deckenlampe, eine alte Zinkwanne, jede Menge leere Flaschen, Kanister und säckeweise Kleinteile.

Bürgermeister erfreut
Bürgermeister Thomas Czekalla freute sich: „Der Landkreis hat uns auch in diesem Jahr wieder einen Container zur Verfügung gestellt für die Entsorgung des Mülls.“ Auch mit der Beteiligung war er sehr zufrieden. „Ein Drittel Gäste, ein Drittel Kinder, ein Drittel erwachsene Rhader.“
Es ist schon eine gute Tradition, dass es zum Schluss immer einen kleinen Imbiss für die fleißigen Sammler gibt. Da sich in diesem Jahr auch etliche Flüchtlinge an der Aktion beteiligten, lag es nahe, vor der Unterkunft gemeinsam zu grillen. Die Sonne schien und man versammelte sich um den Grill herum zu Essen und Klönschnack. Hans-Hermann Bohling: „Dieser Abschluss ist ganz schön. Wichtig ist, dass man zusammen etwas macht.“ Allerdings fehlt es eben an der Sprache. Hans Bösch: „Ich rede Deutsch mit ihnen, sie Arabisch mit mir. Und irgendwann passt das schon.“ Alles in allem eine überaus gelungene Aktion in Rhade.
 

 

Drei Fragen nach der „Flurbereinigung" an Hans Bösch vom Helferkreis Rhade

Von wem stammt denn die Idee, die Flüchtlinge mit in die Müllsammel-Aktion einzubeziehen?
Die Anregung kam von Bürgermeister Thomas Czekalla und auch aus dem Helferkreis, Ich habe mich bereit erklärt, mit einigen Flüchtlingen nach Bremen in eine türkische Fleischerei zu fahren. Dort haben wir Geflügel-, Lamm- und Rinderbratwurst gekauft, auch Hähnchenspieße und „normale" Bratwurst für uns.

Wie viele der Flüchtlinge sind denn mitgegangen zur Flurbereinigung?
Ich glaube, zehn bis zwölf. Aber Männer und Frauen. Das ist auch wichtig.

Gibt es schon weitere Ideen, die Flüchtlinge mit einzubinden?
Wir binden die grundsätzlich mit ein. Ich fahre immer hier vor, auch wenn ich privat unterwegs bin, und nehme zwei bis drei von ihnen mit, damit sie unterwegs etwas sehen. Und das machen andere auch. Damit es ihnen nicht zu langweilig wird. Es ist übrigens auch ein Gärtner unter den Flüchtlingen, der den Garten hinter dem Hotel wieder in Schuss gebracht hat. Alles in allem wirklich eine ganz tolle Aktion, die Spaß macht, (rsk) ZZ 11.04.2016