Toskanahäuser - Gemeinde Rhade erwägt die Bauvorschriften zu lockern - ZZ 02.12.2016

Toskanahäuser - Gemeinde Rhade erwägt die Bauvorschriften zu lockern - ZZ 02.12.2016

Foto: Die Kommunalpolitiker denken darüber nach, die Bauvorschriften zu lockern und zukünftig auch sogenannte Toskana-Häuser zuzulassen. Der Bau- und Wegeausschuss soll jetzt ein Konzept entwickeln. 

 

Mehr Raum für Häuslebauer

Gemeinde Rhade erwägt die Bauvorschriften zu lockern - Leidenschaftliche Diskussion im Rat

Von Lutz Hilken

rhade. Weil ein potenzieller Grundstückskäufer angeregt hatte, die in Rhade zugelassene Traufhöhe von maximal 3,80 Meter auf 5,50 Meter zu erhöhen, denkt der Gemeinderat jetzt darüber nach, die Bauvorschriften entsprechend zu lockern. Der Bau- und Wegeausschuss soll ein Konzept entwickeln, über das der Gemeinderat dann entscheidet.

Es geht um sogenannte Toskana Häuser, bei denen das Dach höher auf der Wand liegt als bei hier üblichen Wohnhäusern. Das ist bisher nicht möglich in Rhade. Darum stand eine Änderung des Bebauungsplanes „Grode Wisch“ auf der Tagesordnung bei der jüngsten Ratssitzung. Bürgermeister Marco Mohrmann sprach das Thema an, um ein Meinungsbild aus dem Rat zu hören. Dabei verdeutlichte er, dass der Antragsteller inzwischen einen Rückzieher gemacht habe, der Rat daher nicht akut entscheiden müsse.

 

Mietskasernen vermeiden

Dennoch wolle er gerne über die Vor- und Nachteile einer Lockerung der örtlichen Bauvorschriften diskutieren. „Wo wollen wir hin?“, fragte er in die Runde. Zumal es weitere Beschränkungen gebe: nicht mehr als zwei Wohnungen pro Grundstück zu bauen etwa. Und das Haus, dürfe nicht mehr als 30 Prozent des Grundstückes überbauen. Damit sollten Mietskasernen vermieden werden.

„Schade fände ich, wenn die Leute in anderen Samtgemeinden bauen, weil sie es hier nicht können“, so der Bürgermeister. Ratsherr Bernd Sauerland erinnerte, über eine Änderung von Bebauungsplänen habe schon der alte Rat diskutiert und diese aus Kostengründen gelassen. Aber: „Wir kämpfen um jeden Bürger“, machte er aktuelle Ziele deutlich, und auch die Architektur verändere steh im Laufe der Zeit. Er könne sich vorstellen, einer weniger reglementierten Bauweise zuzustimmen, wenn sich das Ortsbild dadurch nicht zu stark verändere.

Ratsherr Olaf Wendelken verwies unterdessen auf eine kleine Umfrage im Neubaugebiet. Dort habe sich die Mehrheit gegen Toskana-Häuser ausgesprochen. Eine solche Zweigeschossigkeit solle vermieden werden. Seiner Ansicht nach passten derartige Bauweisen beispielsweise eher in den Bereich hinter der alten Molkerei, da dort ohnehin schon hohe Gebäude stünden, aber weniger ins Baugebiet.

Ratsherr Fred Bollmeier bestätigte: „Wir wollten keine zweigeschossigen Häuser.“ Aber der Rat könne ja mal eine Variante „abklopfen“, die die Toskana-Häuser zulässt - bei gleichzeitiger Beibehaltung der anderen Beschränkungen.

Er schlug vor, der Bau- und Wegeausschuss der Gemeinde möge ein Konzept entwickeln, über das der Rat dann in einer weiteren Sitzung entscheiden könne. Diesem Vorhaben stimmte der Rat einhellig zu. ZZ 02.12.2016