Rhader Kita ist Selsingen Dorn im Auge - ZZ 16.11.2013

 

Rhader Kita ist Selsingen Dorn im Auge
Samtgemeinde will Belegungszahlen kritisch prüfen - Plätze in Größenordnung von zwei Regelgruppen frei

SELSINGEN. In allen acht Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Selsingen gibt es eine oder mehrere Kindertagesstätten, halten die Kommunen reichlich Plätze für die Betreuung des Nachwuches vor. Das soll auch so bleiben. Jedoch schwebt Samtgemeindebürgermeister Hans-Hinrich Pape vor, die Belegung effizienter und somit kostensenkender zu koordinieren.
Hintergrund: Von den aktuell 308 verfügbaren Plätzen in den Kindergärten und Spielkreisen sind derzeit 52 unbesetzt. Das entspricht einer Größenordnung von mehr als zwei Regelkindergartengruppen.
In den kommenden Jahren wird die Zahl freier Plätze angesichts sinkender Kinderzahlen sogar noch zunehmen, so die Prognose von Ordnungsamtsleiterin Freya Söchtig, die die relevanten Zahlen jetzt dem Sozialausschuss der Samtgemeinde vorstellte.
Im Kindergarten Anderlingen sind von den 33 Plätzen 29 belegt, ab 2015 werden deutlich weniger Kinder erwartet. Die Kleingruppe mit zehn Mädchen und Jungen werde dann wohl wegfallen müssen, hieß es. Im Spielkreis Deinstedt seien 13 von 20 Plätzen belegt, Tendenz sinkend.

Kinderzahlen sinken

Der Kindergarten Farven ist mit 24 Sprösslingen nahezu voll belegt, doch auch hier wird die Kinderzahl aller Voraussicht nach sinken. Der Spielkreis Sandbostel soll in einen Kindergarten umgewandelt werden und wird voraussichtlich in den kommenden Jahren gut belegt sein.
Ähnliches gilt für den Seedorfer Kindergarten, der sich derzeit auf stabile Kinderzahlen auf vergleichsweise hohem Niveau verlassen kann. Gut ausgelastet sind zudem die Kindergärten „Die Arche“ in Selsingen und - auf etwas niedrigerem Niveau - „Bärenstark“ in Haaßel sowie der Spielkreis an der Selsinger Rosenstraße. Einbrüche bei der Gesamtkinderzahl sind aber auch hier zu befürchten.
Ein Sonderfall ist der Kindergarten Ostereistedt. In der Gemeinde gibt es eigentlich genug Kinder, jedoch sind aktuell nur elf Plätze belegt. Denn ein Teil des Ostereistedter Nachwuchses ist in der Rhader Kindertagesstätte untergebracht, die auch über eine Krippe verfügt. Dort sind 37 von 40 Plätzen belegt, wobei die Kinderzahlen aus der Gemeinde Rhade wohl lediglich für eine Regelgruppe ausreichen würden. Dieser Sonderfall ist dem Selsinger Verwaltungs-Chef ein Dorn im Auge, daraus macht er keinen Hehl. „Die Entwicklung fordert, dass wir uns Gedanken machen über die Belegung“, kündigt Hans-Hinrich Pape an. Es könne nicht sein, dass angesichts etlicher freier Plätze im Prinzip zwei Regelgruppen unbesetzt seien. Diesen Bestand gelte es abzubauen.
Die strategische Ausrichtung solle vorsehen, dass in jeder Gemeinde mindestens eine Gruppe erhalten bleibe. Rhade generiere seine hohen Kinderzahlen jedoch „zu Lasten von Ostereistedt“. Hier steuernd einzugreifen, kündigte Hans-Hinrich Pape als Option an.
„Diese Diskussion werden wir führen müssen“, trotz zu erwartender Widerstände. Die Mitglieder des Sozialausschusses nahmen das Ansinnen ohne weitere Debatte zur Kenntnis. (Ih) ZZ 16.11.2013