Rat beschließt für Kita neue Richtlinien - ZZ 26.05.2012

Neue Regeln zum 1. August

Rat beschließt für Kita neue Richtlinien

RHADE. Der Rhader Rat hat einstimmig neue Richtlinien für die Kindertagesstätte der Gemeinde beschlossen. Nachdem bereits in der vorangegangenen Sitzung ausführlich über Formulierungen beraten worden war (die ZZ berichtete), galt es jetzt, das entsprechend formulierte Regelwerk zu verabschieden.
Darin heißt es unter anderem, dass auch Kinder aus anderen Samtgemeinden aufgenommen werden können, wenn der Gemeinde Rhade dadurch keine zusätzlichen Kosten entstehen. „Die Aufnahme erfolgt dann unter dem Vorbehalt des jederzeitigen Widerrufes zum Ende des Kindergartenjahres. Der Widerruf kann erfolgen, wenn ansonsten in der Samtgemeinde Selsingen wohnhafte Kinder nicht aufgenommen werden können“, steht in dem Papier.
Die Anmeldung zur Aufnahme eines Kindes müsse der Gemeinde bis zum 15. Februar des Aufnahmejahres vorliegen, grundsätzlich richte sich die Aufnahme nach dem Alter der Kinder und nach den verfügbaren Plätzen. Vorrang genössen jedoch Kinder, die bereits am 1. Januar des Aufnahmejahres die Rhader Kinderkrippe für mindestens drei Tage wöchentlich besuchen und sofern sie am 31. Juli des Aufnahmejahres das 3. Lebensjahr vollendet haben. Danach folgen Kinder, die, ihrem Alter nach, im nächsten Jahr schulpflichtig werden und solche, deren Geschwister die Kita besuchen, sofern beide Eltern berufstätig sind.
Die neuen Richtlinien treten zum 1. August mit offiziellem Beginn des neuen Kita-Jahres in Kraft. Ratsherr Uwe Schmidt aus Rhadereistedt merkte an, er habe nie darauf geachtet, aus welchen Orten die in Rhade betreuten Mädchen und Jungen kommen. Von den 55 Plätzen in Kindergarten und Krippe seien fast die Hälfte mit Nachwuchs belegt, der aus anderen Gemeinden komme.
Die Gemeinde sei bereit, viel Geld für ihre Einrichtungen zu zahlen, sie habe einen hervorragenden Kindergarten, doch Uwe Schmidt äußerte den Eindruck, dass die Kinderbetreuung in Rhade erheblich mehr kostet als in anderen Kita in der Samtgemeinde Selsingen.
Wenn dem tatsächlich so ist, dann solle die Gemeinde Rhade ihre Kita an die Samtgemeinde abtreten und sie nicht allein aus Prestigegründen behalten, um sagen zu können, Rhade habe einen eigenen Kindergarten. Dies sagte Uwe Schmidt auch vor dem Hintergrund, dass in Rhade viele auswärtige Kinder betreut werden. „Wir öffnen uns zu weit“, kritisierte er, die Steuerzahler der Gemeinde sollten seiner Ansicht nach mehr Vorteile sehen.

Kosten überprüfen
„Ich glaube nicht, dass wir schlecht wirtschaften und dass hier Geld vergeüdet wird“, sagte Ratsherr Fred Bollmeier. Dennoch schlug er vor zu prüfen, ob andere Einrichtungen tatsächlich günstiger funktionieren. Dass Kinder aus anderen Gemeinden in Rhade betreut werden, liege in der Natur der Sache, die „Wanderbewegung“ gehe schließlich in zwei Richtungen.
Bürgermeister Thomas Czekal-la erwähnte, eine hundertprozentig gerechte Lösung sei „kaum hinzukriegen“. Im aktuellen Jahrgang sei die Nachfrage nach Plätzen in der Tat höher als das Angebot gewesen, in anderen Jahren habe die Zahl der Kinder gepasst und es sei nicht zu Problemen gekommen.

Letzten Endes einigte sich der Gemeinderat darauf zu klären, warum die gemeindlichen Kosten für einen Kita-Platz in Rhade womöglich höher sind als in anderen Einrichtungen der Samtgemeinde. (Ih) ZZ 26.05.2012