Kundenansturm zur Eröffnung - BZ 03.05.2017

Kundenansturm zur Eröffnung - BZ 03.05.2017

Kundenansturm zur Eröffnung

Dorfladen in Rhade eröffnet - 2000 Artikel auf 200 Quadratmeter mitten in der Ortschaft - Verein als Betreiber

Von Thorsten Kratzmann

Rhade. Der Dorfladen Rhade ist eröffnet. Der Kundenansturm, den der Laden am Donnerstag bei der Eröffnung erlebte, war enorm.
„Heute ist ja Zukunftstag. und heute ist auch für Rhade Zukunftstag", stellt Helmut Plötz fest und lächelt frohgemut. Er steht mit anderen Dorfbewohnern an Stehtischen, an denen zwei Zevener Volksbanker Rosen, Butterkuchen. Saft und Sekt spendieren. Gesprächsthema ist das beeindruckende Warenangebot.
An ihnen vorbei strömen die Kunden. Etliche mit blauen Einkaufskörben in der Hand, andere schieben Wagen vor sich her. So auch Bürgermeister Marco Mohrmann. Er hatte den Doriladen Rhade, der unter dem Namen „Ihr Kaufmann'' firmiert, um 9.01 Uhr offiziell eröffnet. Mit ihm hatten sich rund 20 Rhader vor dem Eingang versammelt Ihnen offenbarte Mohrmann, dass der Kühlschrank zu Hause leer ist und er folglich einen langen Einkaufszettel abzuarbeiten habe. Dem Dorfladen sei eine „tolle Zukunft“ beschieden. sprach's und strebte der Leergutannahme zu.
Mohrmanns Amtsvorgänger Thomas Czekalla sitzt derweil mit seiner Ehefrau im Cafe des Backshops und lässt sich ein Marmeladenbrötchen schmecken. Die Stühle an den vier Tischen sind besetzt. Johanna Steflens-Zühlke und ihre Kolleginnen haben alle Hände voll zu tun. Sie reichen Brötchcntüten über den Tresen, schenken Kaffee aus, packen Kuchen ein.
Marlene Böschen aus dem Vorstand des Vereins „Doriladen Rhade“ drapiert derweil den Spargel um. Sie und Co-Vorstand Hermann Kück führen gemeinsam mit dem Vereinsvorsitzenden Rüdiger Meyer die Geschäfte. Sie tragen nicht nur für das rund 2000 Artikel umfassende Warenangebot in den Truhen und Regalen die Verantwortung, sondern auch für die drei fest angestellten Damen, die gemeinsam mit einer 450-Euro-Kraft den Laden „schmeißen" sollen. Dem Quartett gehen bei Bedarf 15 Ehrenamtliche zur Hand.
Am Abend werden wohl etliche von ihnen zur Arbeit im Laden antreten müssen, denn schon eine Stunde nach Öffnung tun sich die ersten Lücken in den Regalen auf. An der Kasse bildet sich eine Schlange. Chips und Bananen, Weißwein und Taschentücher, Katzenfutter und Toast, Kaffee und WC-Reiniger, Knödel und Pudding schieben die Kunden Richtung Scanner.
Dieter Spreckels, Horst Schäfer und Rolf Heins betrachten das mit Wohlgefallen. Sie gelten als „Männer der ersten Stunde“, waren sie es doch, die vor rund fünf Jahren das Feld bereitet haben. Das Trio gibt sich ebenso wie Fred Bollmeier, Hermann Kück und Marco Mohrmann zuversichtlich, dass die Rhader Suppengemüse und Apfelmus, Mehl und Knäckebrot, Milch und Deo fortan im Dorfladen kaufen.
„Die Rhader haben es in der Hand“, sagt Bollmeier. ,,Jetzt haben sie die Einkaufsmöglichkeit, die sie wollten“, sagt Dieter Spreckels. „Der Dorfladen ist ein absoluter Standortvorleil für Rhade“, sagt Mohrmann. „Wir müssen jetzt ausprobieren, was läuft“, sagt Hermann Kück. Das gilt sowohl für die Öffnungszeiten als auch für das Warensortiment.
Das kommentiert die eine oder andere Kundin mit den Worten; „Hier gibt es ja von allem ’was.“ Dieses Urteil trifft umso mehr zu, wenn im Laden erst Pakete und Lottoscheine angenommen werden. Weil im Foyer rechter Hand der Bankautomat steht und linker Hand Gemeindesekretärin Jutta Möller sitzt, gibt es dann keinen Grund mehr, Rhade zu verlassen. Bremervörder Zeitung, 03.05.2017