Jede Menge Dreck auf dem Parkplatz - ZZ 07.04.2014

Jede Menge Dreck auf dem Parkplatz - ZZ 07.04.2014

Jede Menge Dreck auf dem Parkplatz

Mehr als 25 Rhader treffen sich zur siebten Müll-Sammelaktion - Etliche Präservative und Zigarettenkippen am Tümpel entsorgt

VON RENATE SCHWANEBECK

RHADE. Bereits zum siebten Mal rief der Rhader Hans-Hermann Bohling seine Mitbürger aus dem Ort auf, die Gemarkung von Müll zu befreien. Unter dem Motto „Damit kein Gras drüber wächst" zogen mehr als 25 große und kleine Dorfbewohner am Sonnabend zu einem dreistündigen Einsatz aus.

Zum Dank spendierte die Gemeinde Erbsensuppe und Süßigkeiten. Es regnete am Samstagvormittag, als die Rhader vom Volksbank-Parkplatz aus in mehreren Gruppen in verschiedene Himmelrichtungen auszogen, um Müll und Unrat von den Straßenrändern einzusammeln. Aber die Teilnehmer hielten durch. Schließlich ging es ja um ein gutes Werk für das ganze Dorf.

Toter Hase im Tümpel
Einen der Schwerpunkte bildete wie in jedem Jahr der Parkplatz an der Straße zwischen Rhade und Glinstedt, wo neben Pkw auch immer wieder Lkw-Fahrer Rast machen. Diesen Bereich hatten sich Initiator Hans-Hermann Bohling und die beiden Rhader Jungs Leon Hütten und Timo Glinsmann vorgenommen.
Die drei Sammler waren doch ziemlich erschrocken über das, was sie dort vorfanden. Im Tümpel ein toter Hase oder ein Kaninchen, am Rand eine halbe Fensterbank. Hans-Hermann Bohling: „Die andere Hälfte haben wir im vergangenen Jahr hier gefunden.“ Ein volles Glas Oliven, ein Esslöffel, etliche Präservative und jede Menge Verpackungsmüll und Zigarettenkippen. Obendrein ein zerlegter Teddy, dessen Bestandteile rund um den Parkplatz verteilt waren.

Die beiden Jungen kamen ins Grübeln. Hatte der tote Hase vielleicht Teile vom Teddy gefressen? Oder verdorbene Lebensmittel, die Lkw-Fahrer nach ihrer Rast achtlos weggeworfen hatten? Timo sagte: „Man muss den Menschen klarmachen, dass das, was sie da tun, so nicht geht.“ Und Leon meinte: „Die Leute müssen doch auch mal an die Kleintiere denkfen.“ Nach all dem Ärger und der Sammelarbeit lud die Gemeinde alle Teilnehmer zum Erbsensuppenessen in der Halle der Spedition Czekalla ein. Und die Entsorgung der „Beute“ übernahm sie natürlich auch.


Drei Fragen an: HANS-HERMANN BOHLING, ORGANISATOR DER AKTION

„Bewusstsein muss sich ändern"

Wie ist die Idee zum alljährlichen Müllsammeln entstanden?
Das war mir früher schon immer ein Anliegen. Und ich beobachte eine zunehmende Tendenz, dass es immer mehr wird, was die Leute in die Natur werfen. Keiner fühlt sich recht verantwortlich, erst recht nicht die, die es wegwerfen.

Man könnte meinen, dass es durch Sammelaktionen weniger wird?
Nein, es wird immer mehr, was die Leute in die Natur werfen. Sogar ganze Säcke mit Unrat werden entsorgt. Und neuerdings auch Gartenabfälle, die werden einfach an den Straßenrand gekippt. Allein am Löhberg habe ich sieben Haufen gefunden.

Was könnte oder sollte man Ihrer Meinung nach tun?
An Rastplätzen sollte man mehrsprachige Schilder aufstellen mit dem Hinweisf: „Bitte verlassen Sie diesen Platz so wie Sie ihn vorfinden möchten.“ Es muss eine Bewusstseins- und Verhaltensänderung stattfinden. Vielleicht sollte man mal eine Kampagne machen.