„Jägerhaus“ vor dem Abriss? ZZ 05.05.2012

„Jägerhaus“ vor dem Abriss? ZZ 05.05.2012

„Jägerhaus“ vor dem Abriss?

Rhade. Vor gut zwei Jahren schloss Familie Rudnick ihre traditionsreiche Gaststätte in Rhade, das „Jägerhaus“. Jetzt hat das im Ortszentrum gelegene Areal eine neue Eigentümerin: Die Gemeinde Rhade hat im Zuge einer Zwangsversteigerung im Februar den Zuschlag bekommen. Der Preis: 26 000 Euro plus Nebenkosten. Das teilte Bürgermeister Thomas Czekalla am Donnerstagabend erstmals öffentlich während der Gemeinderatssitzung mit. Von Lutz Hilken


Im Rahmen der Beratungen über den Haushaltsplan für 2012 kam der Rat kurz auf das Thema Rudnick zu sprechen. Im Etat steigen die Ausgaben der Gemeinde für die Grundsteuer von 1300 auf 2000 Euro, bedingt durch den Erwerb des ehemaligen Gasthofes. Der Kauf sei auch erfolgt, damit der Komplex „nicht in falsche Hände gerät“, wie der Bürgermeister erläuterte. Damit meinte er insbesondere die Klientel vom rechten Rand, so Thomas Czekalla gestern auf Nachfrage der ZZ. Einschlägige Versammlungen hätten schließlich schon mal in dem Gasthaus stattgefunden. Es habe aber keine Hinweise auf Kaufinteressenten aus dem rechtsradikalen Milieu gegeben.

Vielmehr ginge es bei dem Kauf darum, Einfluss auf die Gestaltung des Ortsmittelpunktes zu nehmen und gegebenenfalls einen „Schandfleck“, so Czekalla, zu beseitigen. Schon während der Ratssitzung hatte er einen Abriss als Option angedeutet. Zudem setzte die Gemeinde im Investitionsprogramm für 2013 vorsorglich 30 000 Euro an, die auch für einen Abbruch des Gasthofes mit Saal verwendet werden könnten.

Gleichwohl stellte der Bürgermeister klar, gegenwärtig sei noch nicht entschieden, was mit oder auf dem zentral gelegenen Grundstück geschehen soll.

Auf die kritische Nachfrage von Einwohner Dieter Spreckels während der Bürgerfragestunde, ob der Rat darüber nachdenke, in Sachen Rudnick-Areal die Bevölkerung „mitzunehmen“, erklärte Thomas Czekalla, der Gemeinderat werde „überlegen, was wir damit machen wollen“. Fakten zum Zustand des Gebäudes erhoffe sich der Rat von Fachleuten. Generell sehe das Gebäude seiner Ansicht nach ziemlich marode aus, befand der Bürgermeister. Zugleich stellte er die rhetorische Frage, ob es überhaupt jemanden gebe, der bereit sei, in den Bereich zu investieren.

Dieter Spreckels entgegnete, vielleicht gebe es 500 Bürger, die dafür bereit seien und zudem ihre Arbeitskraft anbieten würden, um das Areal auf Vordermann zu bringen. Thomas Czekalla resümierte, die Fragen zur Zukunft des ehemaligen „Jägerhauses“ sollten zu gegebener Zeit geklärt werden. „Es brennt im Moment nichts an.“ Von daher sei keine Eile geboten. ZZ 05.05.12