Humorvolles aus dem Alltagsleben - ZZ 27.03.2009

Humorvolles aus dem Alltagsleben - ZZ 27.03.2009

 

Humorvolles aus dem Alltagsleben

Selsingen (fh). Der Förderverein und die Bücherei der Samtgemeinde Selsingen sind zunehmend bekannt für ihre Projekte und Aktionen, die sich um das Thema Bücher drehen. Jüngstes Beispiel: Am Mittwochabend war die Stader Autorin Renate Kiekebusch zu Gast, um humorvolle Kurzgeschichten aus ihrem ersten Buch vorzutragen.

Prof. Dr. Wolfgang Schwanebeck, Vorsitzender des Büchereifördervereins, eröffnete die Lesung, die auf Grund des Wetters mit gut 15 Besuchern deutlich schlechter besucht war als erwartet. „Sonst haben wir meistens 40 bis 50 Gäste“, erzählt Büchereileiterin Renate Schwanebeck. „Aber heute haben wegen des Schnees viele leider abgesagt.“

Wer sich trotz der ungemütlichen Witterung auf den Weg gemacht hatte, der wurde dafür mehr als belohnt. Denn nicht nur Renate Kiekebusch sorgte mit ihren plattdeutschen Alltagsgeschichten für ausdauerndes Gelächter in den Reihen der Zuhörer: Auch die heiteren Sketche der „Rha-La-Büddels“ führten zu ausgelassener Stimmung in der Bücherei. Sogar Musikalisches hatten die Veranstalter zu bieten: Thomas Kiekebusch, Sohn der Autorin, umrahmte den Abend mit stimmungsvollen Balladen auf der E-Gitarre.

Nach dem Motto „Düdenbüttel is överall“ trug die Autorin aus dem gleichnamigen Buch Geschichten vor von Tupperpartys, vom Wachtelkönig, der den Bau der Autobahn verhindert, von vergeblichen Versuchen, das eigene Heim nach Feng-Shui einzurichten und vom ewigen Krampf mit dem Frühjahrsputz.

Doch auch lustige Begebenheiten aus dem eigenen Urlaub taugten für die Veröffentlichung. Wohl fast jeder im Raum hatte solche oder ähnliche Begebenheiten selbst schon einmal erlebt.

Die Buchhändlerin Renate Kiekebusch, die übrigens in Selsingen zur Welt kam, weil ihre Tante, bekannt als „Mudder Griebsch“, hier als Hebamme tätig war, erzählte in einfachen Worten, gewürzt mit einer gehörigen Prise Humor, alltägliche Geschichten vom Land.

Doch wie kommt sie auf die Idee, diese Erlebnisse in Buchform zu sammeln? „Nun, ich schreibe seit fünf Jahren eine plattdeutsche Kolumne für das Stader Tageblatt. Und irgendwann habe ich die einzelnen Geschichten dann in einem Buch zusammengefasst.“

Ein zweites Werk, selbstverständlich ebenfalls auf Plattdeutsch, ist schon in Arbeit. „Geschichten habe ich mehr als genug“, erzählt sie lachend. Darüber hinaus hat sie sich mit kurzen Kriminalgeschichten in ein für sie ganz neues Genre vorgewagt. „Mal sehen, was daraus noch so wird.“ Ihre Geschichten aus Düdenbüttel jedenfalls trafen den Nerv des Selsinger Publikums: An diesem kurzweiligen und vergnüglichen Abend schallte häufig herzhaftes Gelächter aus der Bücherei. Artikel vom 27.03.09