Flüchtlinge mehrfach Thema im Rat - ZZ 25.02.2016

Flüchtlinge mehrfach Thema im Rat


Rhader schlägt für geplanten Dorfladen eine Abteilung mit arabischen Lebensmitteln vor

RHADE. Flüchtlinge waren während der jüngsten Sitzung des Rhader Gemeinderates gleich mehrfach ein Gesprächsthema. So dankte Bürgermeister Thomas Czekalla dem Flüchtlings-Helfer-kreis abermals für seine wertvolle Arbeit. Dabei griff er die Bitte der Helfer auf, stärker darauf hinzuwirken, dass die Asylsuchenden innerhalb der Samtgemeinde solidarischer verteilt werden (ZZ berichtete).

Der rund 800 Einwohner zählende Ort Rhade solle nicht mit Belegungen überstrapaziert werden. „Irgendwann macht die Bevölkerung nicht mehr mit“, drückte der Rhader Bürgermeister seine Sorge aus. Er versicherte, im nichtöffentlich tagenden Selsinger Samtgemeindeausschuss habe es Gespräche gegeben und die Samtgemeinde sei sensibilisiert. Sie wolle verstärkt versuchen, in Selsingen selbst mehr Möglichkeiten für eine Unterbringung zu schaffen,
Ratskollege Walther Viebrock stellte fest, wenn in der Gemeinde Wohnungen für die Unterbringung angeboten werden, würden sie auch genutzt. Letztlich habe man keinen Einfluss auf die Verteilung. Die Samtgemeinde setze auf dezentrale Lösungen.

Ratsherr Sven Baltuttis befand, letztlich sei alles eine reine Frage von Angebot und Nachfrage. Bei Anmerkungen, warum es denn immer noch Orte wie Anderlin-gen gebe, in denen keine Flüchtlinge untergebracht seien, nahm Ratsherr Peter Braasch die Samtgemeinde in Schutz. Er wisse, dass auch in Anderlingen gefragt worden sei, ob Wohnungen vermietet werden. Nur könne man niemanden dazu zwingen.

Später während der Bürgerfragestunde appellierte Einwohner Hans Bösch: „Es wird Zeit, dass wir den Dorfladen kriegen - mit einer arabischen Abteilung.“ Das sei kein Scherz, denn die entsprechenden Lebensmittel seien gefragt unter Flüchtlingen. Das wisse er von gemeinsamen Einkaufsfahrten mit ihnen.

Die Hilfe funktioniere, so sein Eindruck, jedoch werde es schwieriger, wenn weitere Asylsuchende in der Gemeinde untergebracht werden. „Wir helfen gerne, aber sind an der Schallgrenze angelangt.“ Gleichwohl appellierte Hans Bösch: „Sie sind jetzt hier, wir müssen damit leben und das Beste daraus machen“, wofür er zustimmendes Nicken aus der Runde erntete.
Als ein Problem habe der Rhader die „Langeweile“ ausgemacht, die viele Flüchtlinge plage. Sie seien froh, wenn es etwas zu tun gebe. Hans Bösch appellierte, sie bei Bedarf einzubinden. (Ih, ZZ 25.02.2016)