"Feueralarm" im Jägerhaus - ZZ 20.11.2013

"Feueralarm" im Jägerhaus - ZZ 20.11.2013

Bild oben: Ronald Krause (rechts) hatte ein wachsames Auge auf die Atemschutzgeräteträger gerichtet, denen es oblag, die vermissten Personen im „Jägerhaus“ ausfindig zu machen. Foto: Schwanebeck

 

70 Einsatzkräfte spielen Ernst der Lage


Ortswehren proben den Einsatz beim „Wohnungsbrand“ im ehemaligen „Jägerhaus“ in Rhade

Von Renate Schwanebeck

Rhade. Da dürfte manchem der Schreck in die Glieder gefahren sein, als in Rhade am vergangenen Sonnabendmorgen um 8.37 Uhr die Feuersirene ertönte. Und damit war dann auch Schluss mit dem gemütlichen Familienfrühstück – zumindest für die Feuerwehrkameraden in Rhade, Rhadereistedt, Ostereistedt und Rockstedt. Sie mussten schleunigst zum Einsatz, denn aus dem ehemaligen Rhader „Jägerhaus“ quoll dicker Qualm. Zum Glück war es nur eine Übung.

„Wohnungsbrand mit vermissten Personen.“ So lautete das Einsatz-Stichwort, das dem Rhader Einsatzleiter Gerd Will vorgab, was zu tun war, als er mit seinen Rhader Kameraden um 8.45 Uhr an der Einsatzstelle eintraf. Flugs leiteten Feuerwehrleute den Verkehr auf der Hauptstraße über die Bushaltestelle um und stellten die Wasserversorgung her. Unterdessen wurden die Atemschutzgeräteträger ausgerüstet – wobei sich herausstellte, dass aus den vier Wehren nur vier einsatzfähige Kräfte zur Verfügung stehen. Ein Fall, der jederzeit auch im realen Einsatz eintreten kann, insbesondere werktags während der Arbeitszeiten.

Laut Übungsplan, den der Örtliche Einsatzleiter Johann Borchers zusammen mit dem stellvertretenden Rhader Ortsbrandmeister Michael Otten ausgearbeitet hatte, sollten in diesem Fall theoretisch auch die Wehren aus Hanstedt und Glinstedt nachalarmiert werden. Die Einsatzleitstelle beließ es am Sonnabend jedoch nicht bei der Theorie, sondern ging auf „Nummer sicher“. So wurden die Hanstedter und die Glinstedter Wehr tatsächlich in Alarm versetzt.

Einerseits war nun auch für deren Angehörige das Frühstück abrupt zu Ende, andererseits zeigte sich, dass die drei Atemschutzträger aus Glinstedt dringend gebraucht wurden. Denn die sechs vermissten Erwachsenen, die von Puppen dargestellt wurden, denen der Rauch nicht viel anhaben konnte, waren inzwischen gefunden, aber das vermisste Kind fehlte immer noch. Und so erwies sich das verwinkelte Haus als gutes Übungsobjekt, bei dem auch die Rockstedter Wehr den bei ihr stationierten Drucklüfter zum Einsatz bringen konnte. Mit dem Gerät gelang es, den Rauch aus dem Gebäude abzuziehen.

Nach etwa einer Stunde hatten die wohl 70 Einsatzkräfte die „Bewohner“ gerettet und das „Feuer“ gelöscht und Gemeinde-Brandmeister Helmut Reitmann zog Bilanz. Die Wasserversorgung und die Verkehrsregelung hätten gut geklappt, lautete sein Resümee. Aber es gab wie bei jeder Übung natürlich auch noch Verbesserungsvorschläge – etwa den, die Zimmer, die schon durchsucht wurden, entsprechend zu markieren.

Und wegen des unbeliebten Übungstermins am frühen Sonnabend erklärte er augenzwinkernd: „Ich verstehe, wenn der eine oder andere jetzt böse ist. Also alle Wut auf mich, ich habe sowieso schon graue Haare. Aber die Rhader haben sich gewünscht, dass auch mal am Sonnabendmorgen geübt wird. Dass Hanstedt und Glinstedt auch noch alarmiert werden, war nicht vorgesehen. Danke, dass ihr alle gekommen seid. Es ist wichtig, dass man auch im Übungsfall den Ernst der Lage spielt und Einsatz zeigt.“ ZZ Artikel vom 20.11.13