Es sind noch Helme zu vergeben - Jugenfeuerwehr gegründet - ZZ 14.11.2016

Es sind noch Helme zu vergeben - Jugenfeuerwehr gegründet - ZZ 14.11.2016

Es sind noch Helme zu vergeben

Ortswehren aus Rhade, Rhadereistedt, Ostereistedt und Rockstedt gründen eine gemeinsame Nachwuchsorganisation

Von Saskia Harscher
 

rhade. Die Samtgemeinde Selsingen ist um eine Jugendfeuerwehr reicher. Am Sonnabend wurde im Rhader Feuerwehrhaus in großer Runde die Gründung der Jugendfeuerwehr ROR-Rhade gefeiert. 13 Mädchen und Jungen sind hier aktiv und lernen auf spielerische Weise, was es heißt, sich aufeinander verlassen zu können und wie sie im Ernstfall reagieren müssen, um anderen zu helfen.

„Ich wollte schon lange bei der Feuerwehr mitmachen - jetzt habe ich die Chance genutzt“, erzählt Tom Kücks. Auf dem Kopf trägt der Zwölfjährige einen leuchtend orangefarbenen Helm. Auch die blaue Latzhose und die Jacke mit den breiten Reflektorstreifen sehen aus, wie aus dem Ei gepellt. Kein Wunder, die Schüler tragen ihre neue Ausrüstung erst seit wenigen Minuten.

Der Stoff der Hosen ist steif und zwickt hier und da noch etwas. Auch die Kopfbedeckung mit der stilisierten Flamme rutscht einigen etwas tiefer in die Stirn als gewollt. Doch das wird sich ändern. Ab jetzt werden die Nachwuchsbrandschützer ihre Ausrüstung regelmäßig aus dem Schrank holen. Alle vierzehn Tage, immer donnerstags, treffen sie sich zum Dienst. „Es werden noch weitere Jugendliche gesucht“, sagt Jugendfeuerwehrwart Milan Steffens und ergänzt, das jeder von 10 bis 18 Jahren mitmachen könne. Einen ersten Eindruck, was sie erwartet, haben die Mädchen und Jungen in den zurückliegenden Wochen in einem , Probelauf bereits erhaschen können. „Einmal haben wir eine Schnitzeljagd mit Koordinaten gemacht“, erzählt etwa Timo Hudaff begeistert.
„Es geht nicht nur um Feuerwehr, sondern auch um allgemeine Jugendarbeit“, erklärt Marko Hastedt. Der Gemeindebrandmeister freut sich, an diesem Tag viele Ehrengäste, Vertreter benachbarter Ortswehren sowie die Eltern der Kinder begrüßen zu dürfen. Das unterstreiche auch den Stellenwert dieser Arbeit, so der Brandschützer und fügt an: „Wir haben natürlich auch die Hoffnung, Nachwuchs aus der Jugendfeuerwehr generieren zu können.“

Ein Wunsch, der sich erfüllen könnte: Glaubt man Statistiken, dann wechseln tatsächlich viele junge Menschen nach ihrer Zeit in der JFW in den aktiven Dienst. In der Feuerwehr komme es auf die Leistung der Gruppe an, so Volker Jungen. Teamplayer seien gefragt, keine Einzelkämpfer. „In der heutigen Zeit sind wir etwas ganz Besonderes“, so der Kreisjugendfeuerwehrwart.

Für den ersten stellvertretenden Rhader Bürgermeister, Fred Bollmeier, steht fest, dass dem Nachwuchs für die Zukunft ein nicht zu überschätzender Wert zukommt, der zudem auch mit Gefahren verbunden ist: „Ihr werdet da reingehen, wo andere wegrennen.“


3 Fragen an Milan Steffens, Jugendfeuerwehrwart

Wie sind Sie zum Brandschutz gekommen?

Ich bin mit zehn Jahren in die Jugendfeuerwehr Hepstedt eingetreten. Rangekommen bin ich über Schulfreunde, die gesagt haben: „komm doch mal mit, das macht Spaß". In der JFW bin ich dann geblieben, bis ich 18 Jahre alt war. Parallel bin ich mit 16 in Rhadereistedt in die Feuerwehr eingetreten.

Wenn Sie von jungen Menschen hören: Feuerwehr ist doch langweilig. Was entgegnen Sie denen?

Feuerwehr ist ganz und gar nicht langweilig! Es ist auf der einen Sache ein ernstes Thema, es geht hier um retten, löschen, bergen und schützen. Aber es ist auch viel Spaß dabei und es gibt vieles drum herum, was man mit den Kameraden gemeinsam macht.

Was ist ihrer Meinung nach die wichtigstevErfahrung, die die Mädchen und Jungen hier mitnehmen können?

Der soziale Umgang miteinander, und das man sich gegenseitig respektiert.

ZZ 14.11.2016