„Ein Schritt in die Vergangenheit“ - ZZ 06.05.2016

„Ein Schritt in die Vergangenheit“

 

Gemeinde Rhade kritisiert in Stellungnahme zum Regionalen Raumordnungsprogramm Schlechterstellung des Ortes
Von Lutz Hilken


rhade. Die Gemeinde Rhade wehrt sich gegen das Vorhaben des Landkreises, nur noch die Eigenentwicklung im Siedlungs-uhd Wohnbereich zuzulassen. Rhade möchte weiterhin mehr Spielraum haben, um Wohnraum anbieten können. Das macht die Kommune in ihrer Stellungnahme zum Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) deutlich.
Der Gemeinderat befasste sich am Dienstagabend mit dem Thema und votierte einstimmig für die kritische Haltung in diesem Punkt. Bürgermeister Thomas Czekalla verdeutlichte, es sei für Rhade von wesentlicher Bedeutung, dass wie bisher eine überörtliche Entwicklung möglich ist, einem Grundzentrum gleichgestellt, in dem zum Beispiel auch Auswärtige Bauplätze kaufen dürfen. Das sei im Entwurf des neuen RROP nicht mehr gegeben.
Die Aussagen zur Entwicklung der Siedlungsstruktur „in Verbindung mit der verschärften Imissi-onsrichtlinie führen unweigerlich zum Aussterben der Dörfer im Landkreis“, fürchtet die Gemeinde in ihrer Stellungnahme, die Thomas Czekalla dem Rat und zahlreichen Zuhörern vortrug.

Die Gemeinde Rhade habe eine über 800-jährige Bedeutung als Bördeort und Kirchdorf. „Mit der Gebiets- Und Gemeindereform wurde die Börde in drei Verwaltungseinheiten aufgeteilt. Trotz dieses Nachteiles konnte die Gemeinde Rhade sich als wichtiger Ort in der Region, aber auch als starke Gemeinde innerhalb der Samtgemeinde Selsingen behaupten.“
Sie habe viel in die Infrastruktur investiert. Nach der Erstellung eines demografischen Gutachtens habe die Bevölkerung „mit großem Engagement die Weiterentwicklung der Infrastruktur mit einem Dorfladen und Dorftreff gefordert und geplant. Dieses wurde mit der Aufnahme in das Dorfentwicklungsprogramm des Landes Niedersachsen gewürdigt und unterstützt“, argumentiert die Kommune.
Nach der Fertigstellung werde Rhade nahezu die Infrastruktur eines Grundzentrums ausweisen. Daher moniert die Kommune: „Eine Einschränkung der weiteren Entwicklung der Gemeinde Rhade beziehungsweise des Ortes wäre ein Schritt in die Verganr genheit mit Rückwärtsentwicklung und ein hoher Verlust des Wohnwertes und der Lebensqualität in unserem Dorf und auch in seinem Nahbereich.“
Die Maßnahmen zur Dorfentwicklung würden nach Ansicht der Kommune „mit einer Herabsetzung der Wohnbau- und Sied-lungsent\yicklung ad absurdum“
geführt. Daher fordert die Gemeinde, den Ort Rhade mit seinen „nahezu bestehenden Voraussetzungen für ein Grundzentrum“ auch im neuen RROP des Landkreises mit einer gleichgestellten Sonderausstattung - wie im RROP von 2005 - zuzulassen, „wo nicht nur Eigenentwicklung, sondern auch eine Weiterentwicklung, insbesondere im Siedlungs- und Wohnbereich, möglich ist.“ ZZ 06.05.2016