Dorfladen Rhade e.v. gegründet - ZZ 21.03.2015

Dorfladen Rhade e.v. gegründet - ZZ 21.03.2015

 


Der Saal des zukünftigen „Dorf Treff Rhade" war voll, als Landrat Hermann Luttmann (von links) die Urkunde über die Rechts- und damit Handlungsfähigkeit des wirtschaftlichen Vereins „Dorfladen Rhade" an den Vorsitzenden Rüdiger Meyer und seinen Vorstandskollegen Hermann Kück übergab.

 

 

„Projekt ist große Chance“

Wirtschaftlicher Verein „Dorfladen Rhade" jetzt handlungsfähig - Einkäufe wohl ab 2016 vor Ort möglich
VON LUTZ HILKEN


RHADE. Ein weiterer Meilenstein ist geschafft: Der vor acht Monaten gegründete wirtschaftliche Verein „Dorfladen Rhade" ist jetzt rechts-und damit handlungsfähig. Eine entsprechende Urkunde übergab Landrat Hermann Luttmann am Freitagnachmittag unter dem Applaus von rund 140 Bürgern an den Vorsitzenden Rüdiger Meyer. Einkäufe im geplanten Dorfladen werden wohl ab Sommer/ Herbst 2016 möglich sein.


„Die Zukunft können wir nicht Vorhersagen, aber wir können sie gestalten“, sagte Bürgermeister Thomas Czekalla und freute sich über die „überwältigende“ Resonanz auf die Einladung der Gemeinde. Die Erwartungen seien übertroffen worden.
Der Gemeindebürgermeister erwähnte einen Auftakt-Workshop zur Dorferneuerung, an dem er tags zuvor teilgenommen habe. Weg von der klassischen Dorferneuerung, hin zur ökonomischsozialen Dorfentwicklung führe der Weg, so die Erkenntnis. „Es geht darum, für unsere Verbunddorfregion ein individuelles Planwerk für die Zukunft zu erstellen, in der Demographie, Klimaschutz, Innenentwicklung, Daseinsvorsorge, Mobilität, Gesundheit, Wirtschaft, Nachhaltigkeit Beachtung finden“, erläuterte Czekalla. „Bürgerengagement statt Landflucht“ laute das Ziel.
Der demographischen Wandel sei bereits im Landkreis Rotenburg angekommen, verdeutlichte Landrat Hermann Luttmann. Die Einwohnerzahl sinke seit einigen Jahren, und besonders schmerzlich daran sei, dass gerade junge Menschen die Gemeinden verlassen. Die Politik steuere gegen, doch letztlich reiche das nicht aus.

Bürgerliches Engagement

„Wir sind angewiesen auf das Engagement der Bevölkerung“, die die Kommunen unterstützen und mit dafür sorgen, dass sich die Menschen vor Ort wohl fühlen.
Ein gutes Beispiel für bürgerliches Engagement seien - neben Bürgerbussen - zum Beispiel Dorfläden. Wie in Rhade, wo Bürger mit Ideen, Visionen, Ausdauer, Willensstärke und Mut die Bürger mitnähmen. Seit drei Jahren werde in Rhade an dem Vorhaben gearbeitet, das ehemalige Lokal „Jägerhaus“ eben nicht abzureißen, sondern mit neuem Leben zu füllen. Dafür dankte er dem Team der Initiatoren und vielen Helfer, aber auch der Gemeinde, „die die Bügerbeteiligung zugelassen, unterstützt und forciert“ habe. Der Landrat wünschte allen Beteiligten Erfolg, aktive Vereinsmitglieder, und dass der „Dorf Treff“ samt Dorfladen „mit Schwung anlaufen“ und sich etablieren könne. Dabei hoffe er weiter auf ein Miteinander. Denn: „Dieses Projekt ist eine große Chance.“

Vorsitzender Rüdiger Meyer freute sich: „Jetzt können wir in die Vollen gehen.“ 110 von 285 Haushalten seien inzwischen Mitglied im wirtschaftlichen Verein, 65 500 Euro vom angestrebten Eigenkapital-Ziel 70000 Euro seien bereits erreicht. „Ein tolles Ergebnis“, befand er, warb aber weiter um Unterstützung: „Wir brauchen noch mehr Mitglieder“, der Verein wolle unabhängig von Dritten agieren.
Siegfried Dierken vom Amt für Regionale Landesentwicklung signalisierte den Zuhörern. „Die Rahmenbedingungen können nicht besser sein.“ Nämlich jene für öffentliche Fördermöglichkeiten, denn gerade Bürgerbeteiligung stehe hoch im Kurs.
Spätestens Mitte des Jahres könnten Förderanträge gestellt werden, deren Aussicht auf Erfolg wertete er - ohne Versprechungen machen zu können - als hoch, auch im Zuge der Verbund-dorfemeuerung mit den Gemeinden Ostereistedt und Seedorf. Im Sommer/Herbst 2016 werde in Rhade womöglich eingekauft werden können. „Packen Sie‘s an, unsere Unterstützung haben Sie“, sagte er unter Applaus.
Horst Schäfer vom Rhader Lenkungsausschuss dankte den vielen Beteiligten und appellierte leidenschaftlich: „Lasst uns an unserem Ziel festhalten, einen ,Dorf Treff für alle Generationen mit Einkaufsmöglichkeit zu schaffen und den historisch gewachsenen Dorfmittelpunkt so weit wie möglich zu erhalten. Lasst uns aber auch offen bleiben für konstruktive Kritik, damit wir weiterhin realistische Teilziele verfolgen und mit beiden Füßen auf dem Boden bleiben.“ Der Beifall dafür war groß. Lutz Hilken, ZZ 21.03.2015