Dorfladen-Bau kann starten - ZZ 25.04.2016

Dorfladen-Bau kann starten - ZZ 25.04.2016

Dorfladen-Bau kann starten



Förderzusage ist da, Kaufvertrag unterschrieben - Geschäft soll in diesem Jahr eröffnet werden

Von Gerda Holsten


Rhade. Die Idee, aus einer nicht mehr benötigten Immobilie mitten im Ort einen Dorfladen zu machen, existiert in Rhade zwar schon mehrere Jahre. Doch nach der aktuellen Förderzusage durch das Land Niedersachsen treten jetzt alle Beteiligten aus den Startlöchern.

Die Geschichte nahm am Freitagabend im Säal der früheren Gastwirtschaft „Jägerhaus“ konkrete Formen an. Fakt ist, dass am Tag der ersten Jahreshauptversammlung des wirtschaftlichen Vereins „Dorfladen Rhade“ die Gemeinde Rhade den Kaufvertrag für das örtliche Volksbank-Gebäude unterschrieb. Vor Jahresfrist erlangte der Verein seine Rechtsfähigkeit, darf seitdem Spenden einwerben und Anteilszusagen annehinen.

Vorsitzender Rüdiger Meyer begrüßte mit Siegfried Dierken vom Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) und Wolfgang Kleine-Limberg vom Planungsbüro „Mensch und Region“ zwei Gäste, die den bisherigen Planungsprozess maßgeblich begleitet haben.

Rhades Bürgermeister Thomas Czekalla zitierte noch einmal sich selbst mit einem Satz, den er vor einem Jahr verlauten ließ: „Wir können die Zukunft nicht Vorhersagen, aber wir können sie gestalten.“ Aus einer Vielzahl von Bewerbern sei das Rhader Projekt nunmehr als förderungswürdig eingestuft worden. Rückblickend berichtete er von den annähernd 200 Seiten, bei denen die Beteiligten bei der Antragsstellung dieses Papier vor ihren persönlichen Schlaf gestellt hätten.

 


Zusage über 266000 Euro

Das Ergebnis brachte Siegfried Dierken in Form eines amtlichen Papiers mit: Die Förderzusagen in Höhe von 32000 Euro für den Grunderwerb und 233880 Euro für Umbauten und Einrichtung. „Was nützen die ganzen Planungen, wenn die Finanzierung nicht stimmt“, so der Dezernatsleiter im ArL, der darüber hinaus an die Versammlungsteilnehmer appellierte: „Packen Sie’s an, bleiben Sie bei der Stange.“

Rüdiger Meyer handelte sodann die Regularien der ersten Jahresversammlung des Vereins ab und gab zur Kenntnis, dass 246 Anteile gezeichnet wurden und zusammen mit zugesagten Spenden das erforderliche Eigenkapital in Höhe von 70000 Euro erreicht wurde. Noch sei jedoch kein Geld geflossen, dies würde in Kürze erfolgen.

In einer Vorschau auf die kaufmännische Seite des künftigen Dorfladens lautete die Umsatzerwartung 450 000 Euro mit einem Rohertrag von 21 Prozent. Sonstige Erträge sollen den reinen Warenumsatz aufstocken. So habe ein Bäcker aus der Region bereits eine Zusage erteilt. Die Volksbank selbst bleibe noch fünf Jahre mit einem Büro im Gebäude.

Da es noch keine Jahresrechnung gibt, also auch keinen Kassenprüfer, übernahm Fred Bollmeier die Aufgabe, die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat zu beantragen, die einstimmig erfolgte. Marlene Bösch berichtete über die Präsentation anlässlich der Grünen Woche in Berlin, wo die Ehepaare Bösch, Kück und Czekalla den Landesminister Christian Meyer trafen. Und dieser ermunterte die Dorfladen-Pioniere aus Rhade mit den Worten: „Machen Sie das. Geld ist genug da.“ ZZ 25.04.2016