"Bürger bieten ihre Hilfe an" ZZ 24.05.2012

"Bürger bieten ihre Hilfe an" ZZ 24.05.2012

Bürger bieten ihre Hilfe an

Die Gemeinde Rhade hat das ehemalige „Jägerhaus“ im Rahmen einer Zwangsversteigerung erworben (ZZ berichtete). Jetzt soll die Bausubstanz mit Hilfe von Experten untersucht werden, kündigte Bürgermeister Thomas Czekalla an. „Dann werden wir sehen, wie es weiter geht.“

Als die Sitzung später geschlossen und die Einwohnerfragestunde eröffnet war, meldete sich Dieter Spreckels zu Wort. Der Rhader appellierte inständig, die Gemeinde möge eine Bürgerversammlung einberufen. Damit ergebe sich die Chance, „die Nutzung der Immobilie auf breite Füße zu stellen“. Wenn auch nur einer der 1100 Einwohner der Gemeinde eine zündende Idee habe, könne der Komplex womöglich sinnvoll weiter genutzt werden.

Thomas Czekalla erwähnte, dass die Gemeinde in der Tat vorhabe, eine Bürgerversammlung einzuberufen. Das werde voraussichtlich nach den Sommerferien geschehen. Zuvor gelte es, den Zustand des Gebäudes zu prüfen und zu klären, ob es angebracht ist „rosarote Traumschlösser“ zu bauen oder ob alle Beteiligten am Ende „auf dem Boden der Tatsachen“ landen. Es gebe durchaus Ideen, erwähnte Bürgerin Anja Bettels. Ihrer Ansicht nach wäre es schade, das alte „schöne alte Gebäude“ abzureißen und damit den Ortskern zu zerstören. Sinnvoll wäre womöglich ein Dorfgemeinschaftshaus, um den Ort attraktiver zu machen und die Gemeinschaft zu fördern.

Hans-Hermann Bohling bot an, kleinere Schäden in Eigenleistung zu reparieren, um etwa Wasserschäden zu verhindern. Das sei schon zu spät, entgegnete der Bürgermeister. Ratsherr Uwe Schmidt aus Rhadereistedt ergänzte, er habe sich das Gebäude angesehen und sei entsetzt, in welch katastrophalen Zustand es sich befinde. Daher werde der Abriss in Erwägung gezogen. Zudem stellte Uwe Schmidt die Frage in den Raum, wer denn wohl das Gebäude betreiben wolle. Ratsherr Sven Baltuttis warnte zudem: Bevor jemand anfange, privat und in Eigenleistung Reparatur- oder Aufräumarbeiten vorzunehmen, gelte es den Versicherungsschutz herzustellen. Außerdem müsse zunächst feststehen, was überhaupt mit dem Areal passieren solle. Sein Ratskollege Fred Bollmeier hielt fest: Es gibt ein Bürgerinteresse und vielleicht ergebe sich bei der geplanten Bürgerversammlung eine Idee. Der Abriss sei lediglich eine Option.

Mit dem Hinweis, die Auflagen für öffentliche Gebäude seien hoch und die Kosten müssten in Relation zum Nutzen stehen, versprach Thomas Czekalla: „Wir werden uns darum kümmern und die Bürger mitnehmen.“ (lh) ZZ Artikel vom 24.05.12