Angebot vom Hahn bis zum Haflinger (ZZ, 23.04.2013)

Angebot vom Hahn bis zum Haflinger (ZZ, 23.04.2013)

 

Angebot vom Hahn bis zum Haflinger

Glinstedt. Großer Erfolg für die Organisatoren des Glinstedter Pferdemarkts. Der ausrichtende Reitverein Rhade freute sich über einen wahren Besucheransturm. Pferde, Kleintiere, Floh- und Wochenmarkt sowie ein Kinderprogramm: Für so ziemlich jeden war etwas dabei. Diese Mischung kommt offensichtlich an. Von Erich Schröder

„Wer hätte das beim ersten Pferdemarkt vor 16 Jahren gedacht, dass sich die Veranstaltung einmal so fantastisch entwickelt“, fragt Jürgen Bredehöft, Vorsitzender des Rhader Reitvereins. Die Antwort gibt er gleich selbst: „Ich glaube, dass der Pferdemarkt sich zu einem Anziehungspunkt für die ganze Familie entwickelt hat.“ Die Aussage des Vorsitzenden bestätigte sich bei einem Blick über das Veranstaltungsgelände. Jung und Alt hatten sich eingefunden.

Viele Pferdefreunde sind Frühaufsteher. Schon lange bevor offiziell das Feilschen um einen guten Preis losgehen sollte, strömten Besucher auf den Glinstedter Reitplatz. Shetland-Ponys, Haflinger und Norweger bis hin zum Kaltblüter standen zum Verkauf. Auffallend viele Mädchen streckten ihre Hände den Pferden entgegen und gaben ihnen Streicheleinheiten und träumten wie Melina aus Augustendorf von einem „Welsch-Pony“ oder die elfjährige Wyona aus Langenhausen, die sich einen „Friesen“ wünscht.

Einen sechsjährigen Hannoveraner bietet Ulrich Regehr aus Lilienthal an. Das Pferd wurde geritten, ist aber noch nicht gesprungen, erklärt er interessierten Käufern. Wer mag, kann einmal zur Probe reiten. „Das ganze muss passen, man muss auch mit dem Pferd zurecht kommen“, erläutert er. Er verstehe daher gut, wenn ein Kauf nicht gleich zustande kommt.

So gibt es einige Verkaufsgespräche zu beobachten und auch Preise werden genannt. Jutta und Hermann Osmers aus Oyten etwa wollen 2500 Euro haben, aber Norbert Barabasch und Kirchwistedt schlagen noch nicht ein. „Das ist ein schönes Pferd, aber ich muss mir das noch mal überlegen“, erklärt der Interessent. Verkauft hat dagegen Andrea Meyer aus Karlshöfen ihr Pony, das künftig bei Bülstedt auf der Weide steht. „Mama, das möchte ich gerne haben“, bittet die sechsjährige Emma, während sie ein Pony streichelt.

Rahmenprogramm
Neben Pferden gibt es auch Kaninchen und Hühner zu sehen und zu kaufen. „Vom Kücken über Hühner bis zum großen Hahn: Bei uns läuft es hervorragend“, erzählt Sascha Brinkmann vom Gnarrenburger Geflügelzuchtverein und freut sich über leere Käfige.


Die Verantwortlichen des Reitvereins haben für den Pferdemarkt ein buntes Rahmenprogramm auf die Beine gestellt. Für Kinder ist es das größte Glück, auf dem Rücken von Pferden und Ponys einige Runden zu drehen. Eine weitere Attraktion für Kinder sind die Mini-Quads, mit denen es einen Parcours zu bewältigen gilt. Anke und Michael Schröder aus Rhadereistedt, die die Fahrzeuge zur Verfügung stellen, freuen sich, dass das Angebot so gut angenommen wird. Clown Rumburak modelliert derweil Luftballons, die er kostenlos an die Kinder verteilt. Vor allem ältere Besucher erfreuen sich dagegen an Blasmusik im Festzelt. Eine Kutschfahrt durch die Glinstedter Feldmark genießen viele Familien.

Wenn Reiterstiefel und -sattel neben Fußballschuhen und Kinderspielzeug stehen, dann heißt das auf dem Pferdemarkt: Es ist Flohmarktzeit. Viele Schnäppchen wechseln den Besitzer. Kutschen gibt es ebenso zu kaufen wie zum Beispiel Reisigbesen. Die „Güldner-Freunde“ aus Meinershagen stellen zudem ihre Traktoren aus den 60iger Jahren vor. Die sind allerdings nur zum Gucken da. Auf dem Wochenmarkt finden unter anderem Obst, Gemüse, Honig, Wurstwaren, Blumen und hochwertige Spirituosen einen guten Absatz. Doris und Theo de Waal aus Kutenholz sind mit der Kundenfrequenz mehr als zufrieden. „Es läuft gut“ sagt Theo de Waal.

Reitvereins-Vorsitzender Jürgen Bredehöft und sein Stellvertreter Bernd Sauerland ziehen am Ende der Veranstaltung ein positives Fazit. „Wenn man die Menschenmassen sieht, kann man doch nur zufrieden sein. Es ist einfach gigantisch, was hier heute los ist“, so ein mit der Sonne um die Wette strahlender Jürgen Bredehöft. „Ich denke, wir haben mit unserem Markt den Menschen die Pferde näher bringen können“, fügt Bernd Sauerland hinzu. Der Dank der Verantwortlichen gilt den vielen freiwilligen Helfern, ohne die eine solche Veranstaltung nicht möglich sei.


ZZ, Artikel vom 23.04.13