Service für Grundschüler im Kindergarten

02.06.2017 18:50

Service für Grundschüler im Kindergarten
Rhader Gemeinderat befürwortet Nachmittagsbetreuung für bis zu zehn Mädchen und Jungen
RHADE. Die Gemeinde Rhade geht neue Wege in der Zusammenarbeit zwischen Grundschule und Kindergarten. Mit Beginn des kommenden Schuljahres soll es möglich sein, dass bis zu zehn Grundschüler nach Unterrichtsende von 12.30 bis 14.30 Uhr weiter betreut werden - im Kindergarten. Das hat der Rat am Mittwochabend einstimmig befürwortet.
Hintergrund: „Man muss etwas tun für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, erläuterte Bürgermeister Dr. Marco Mohrmann. Für immer mehr berufstätige Eltern von Grundschülern sei es ein Problem, ihre Kinder bis nachmittags unterzubringen.
Hier kommt ein Service ins Spiel, den die Gemeinde in Kooperation mit Grundschule und Kindergarten entwickelt hat. Das Modell sieht vor, wochentags bis zu zehn Kinder von einer Kita-Kraft betreuen zu lassen. Dies soll Eltern maximal 70 Euro pro Monat und Kind kosten. Den Rest trägt die Gemeinde. Mohrmann bezifferte diesen mit etwa 300 Euro pro Monat.
Damit sich die Kalkulation trägt, seien acht Mädchen und Jungen erforderlich, die den Service in Anspruch nehmen. Bisher lägen vier Anmeldungen vor, Marco Mohrmann äußerte sich aber zuversichtlich, dass weitere hinzukommen.
Der Bürgermeister sieht das Zukunftsmodell als Dienstleistungsangebot, das dazu beiträgt, die Gemeinde lebenswert und attraktiv zu halten. Darüber hinaus diene der Service der Existenzsicherung von Kindergarten und Grundschule.
„Es ist klar, dass das Geld kostet und die Gemeinde nicht alles alleine tragen kann“, erläuterte Mohrmann. Eine Umfrage bei Eltern habe ergeben, dass eine Zahlungsbereitschaft von monatlich 70 Euro realistisch sei. Ratsherr Uwe Schmidt aus Rhadereistedt
sprach sich dafür aus, den Service zunächst für ein Jahr „einfach auszuprobieren“, zumal die jährlichen Kosten in Höhe von 3600
Euro für die Gemeinde kontrollierbar seien. Ratsherr Bernd Sauerland betonte, die Eltern brauchten Planungssicherheit. Das Vorhaben solle daher nicht als Versuch benannt werden.
Das bestätigte Marco Mohrmann: „Es soll ein Startjahr sein“, das Signalwirkung habe. Und es solle sich um ein unkompliziertes Modell handeln. Die Motivation sei bei allen Beteiligten gegeben.
„Wir sollten auf jeden Fall auf diesen Zug aufspringen, das macht die Gemeinde attraktiv“, befand Ratsherr Maik Schmidt. Seine Ratskollegin Raphaela Vink verwies zudem auf relativ niedrige Kosten für Eltern.
Der Rat votierte sodann einhellig dafür, den Service nach den Sommerferien für mindestens ein Jahr fest anzubieten. „Das freut mich ganz ausdrücklich, dass Ihr diesen Weg mitgeht. Ich bin sicher, dass wir Gutes tun für die Gemeinde“, bilanzierte der Bürgermeister. (Ih) ZZ 02.06.2017