Käthe Bösch schreibt Roman: Liebe teure Freundin

15.04.2017 17:40

Roman über „liebe teure Freundin“
Käthe Bösch aus Rhade schreibt über ein Frauenleben in schwierigen Zeiten - Alte Briefe sind die Inspirationsquelle

Von Lutz Hilken
rhade: „Teure Freundin": So . heißt ein Roman, den Käthe Bösch aus Rhade über ein Frauenleben in schwierigen Zeiten zu Papier gebracht hat. Die Geschichte basiert auf wahren Begebenheiten. Erhältlich ist das Buch zur Eröffnung des Rhader Dorfladens am 27. April.
„Zwei Lieben, zwei Kontinente und zwei Weltkriege: Gesines Leben ist eine Achterbahnfahrt dei Emotionen, geprägt von den Höhen und Tiefen des frühen 20. Jahrhunderts“, heißt es im
Klappentext. Käthe Bösch lässt den Leser teilhaben am Leben einer Frau, die in einem behüteten, Elternhaus aufwuchs, geprägt vom christlichen Glauben, und durch dramatische Leb&nsum-stände zu einer starken Persönlichkeit wurde. Der Roman erzählt eine. Lebensgeschichte, für die die Autorin Originalbriefe aus einem Nachlass als Inspiration nutzte. „Im Nachlass meines 1990 verstorbenen Schwiegervaters Hinrich Bösch fand ich alte Briefe, die fein säuberlich in deutscher Schrift geschrieben sind“, schildert die Rhaderin.
„Diese wurden versendet von drei Frauen, die zu der Zeit auf dem Hof Mühlo in Rhade lebten. Die Briete waren adressiert an ihre Freundin Gesine, die 1895 ,in die USA auswanderte und zuvor ebenfalls auf dem Hof als Magd gedient hatte.“

Käthe Bösch: „Aus mir unbekannten Gründen gelangte die ehemalige Post wieder nach Deutschland zurück und wurde durch den inzwischen verstorbenen * Ahnenforscher * Hinrich Mohrmann aus Glinstedt an meinen Schwiegervater übergeben.“ Gut 20 Jahre später nahm Käthe Bösch die Briefe zur Hand und versuchte die altdeutsche ' Schrift zu entziffern. „Weil die drei Frauen ihre Freundin in den USA über das Dorfleben immer auf dem Laufenden halten wollten, beschrieben sie ihr das damalige Leben in Rhade.“ Beim Lesen der Schriftstücke
machte sich Käthe Bösch viele Gedanken darüber, wie beschwerlich das Leben damals war, welchen Stellenwert der christliche Glaube hatte, wie bescheiden der Lebensstandard war. Oder auch, wie man als Mädchen dastand, wenn ihre Liebe verschmäht wurde oder sie ein uneheliches Kind bekam. Was es hieß, sich zu einer Auswanderung zu entschließen, welche Gefahren damit verbunden waren, und wie die Zeit vor dem Ersten bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs verlief.

Daraus entstand die Idee, den Roman über die aus Liebeskummer ausgewanderte Gesine zu entwickeln. „Sie war für die damalige Zeit eine unglaublich selbstbewusste Frau“, findet die Autorin. Gesine sei immer für andere Menschen da gewesen. Das Schreiben habe „wahnsinnig Spaß“ gemacht: Fast sei es so gewesen, als ob die Autorin das Geschehen selbst durchlebt. Aus den Briefen an die „liebe teure Freundin“ entstand dann auch der Buchtitel.
Käthe Bösch widmet den Roman „der Großmutter meines Mannes, Adelheid Bösch, geb. Blanken“. Sie lebte mit ihrer Schwester, Schwägerin und Familienangehörigen um 1895 auf dem Hof in Rhade. Das Buch „Teure Freundin“ wird im Buchhandel, bei der Autorin und am 27. April im Dorfladen erhältlich sein. ZZ 15.04.2017

„Teure Freundin -ein Frauenleben in schwierigen Zeiten" von Käthe Bösch, Isensee Verlag, 130 Seiten, 9,90 Euro, ISBN 978-3-7308-1354-6